Energiekrise: Acht-Milliarden-Euro-Stütze: Gaskonzern Uniper soll verstaatlicht werden
Der Konzern steht seit Monaten unter Druck.
Foto: IMAGO/Rupert OberhäuserBerlin. Der Gasimporteur Uniper steht unmittelbar vor der kompletten Verstaatlichung. Uniper teilte am Dienstagnachmittag mit, man befinde sich „in abschließenden Gesprächen“ mit dem Bund und dem finnischen Uniper-Mehrheitsaktionär Fortum über eine „signifikante Mehrheitsbeteiligung“ des Bundes.
Das im Juli beschlossene Stabilisierungspaket solle geändert werden. Vorgesehen sei „eine Kapitalerhöhung in Höhe von acht Milliarden Euro“. Darüber hinaus solle der Bund die derzeit von Fortum gehaltenen Uniper-Aktien erwerben.
In Verhandlungskreisen hieß es, die Bundesregierung werde voraussichtlich bereits bei der nächsten Kabinettssitzung den entsprechenden Beschluss fassen.
Gashändler wie Uniper sind in Schieflage geraten, weil Russland praktisch kein Gas mehr nach Deutschland pumpt, Uniper seine eigenen langfristigen Verträge aber erfüllen muss und sich das fehlende Gas dafür teuer am Markt kaufen muss.
Bereits im Juli hatten sich Bundesregierung, der Uniper-Konzern sowie dessen finnische Mutter Fortum auf ein Milliarden-Rettungspaket geeinigt, das auch den Einstieg des Bundes vorsieht.
Doch weil Russland inzwischen gar kein Gas mehr durch die Pipeline Nord Stream 1 mehr liefert, hat sich die Lage bei Uniper deutlich verschlechtert. Seit Tagen ist daher ein stärkeres Engagement des Bundes im Gespräch.