Energiewende: Warum der Netzagentur-Chef die Stromprivilegien der Industrie kippen will
Berlin. Die Bundesnetzagentur hat die ersten Schritte unternommen, um die Strompreis-Subventionierung für bestimmte Industrieunternehmen zu verringern. Behördenchef Klaus Müller sagte dem Handelsblatt, zu einer Reform der Stromnetzentgelte für die Industrie gebe es keine Alternative.
Nach seinen Plänen soll 2026 eine Neuregelung in Kraft treten, die Übergangsfristen enthält. Die betroffenen Unternehmen befürchten, dass sich die Netzentgelte vervielfachen, und warnt vor Werksschließungen.
Nach Angaben des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) beläuft sich das jährliche Entlastungsvolumen auf knapp zwei Milliarden Euro.
„Die im Moment noch geltende Regelung subventioniert im Wesentlichen den kontinuierlichen Bezug von Strom. Das passt nicht mehr zu einer Stromversorgung, die zunehmend auf erneuerbaren Quellen basiert“, argumentierte Müller. Wenn nichts geschehe, laufe die bestehende Netzentgeltreduzierung ersatzlos aus. Daher sei „Nichtstun keine Alternative“, sagte Müller.
Die Bundesnetzagentur plant, den Paragrafen 19 der Stromnetzentgeltverordnung zu reformieren. Darin sind Entlastungen bei der Berechnung der Stromnetzentgelte geregelt.
Von der Subvention profitieren rund 400 Industrieunternehmen
Dazu zählt insbesondere das „Bandlastprivileg“. Davon profitieren große Unternehmen, die mindestens 7000 Stunden im Jahr kontinuierlich Strom verbrauchen.