FDP: Wer hält die Partei am Leben? Machtkampf um Vorsitz
Berlin. Die Zeit von Christian Lindner als FDP-Vorsitzender endet wenig glamourös. Im Hans-Dietrich-Genscher-Haus wurden die Buffet- und Stehtische an den Rand geschoben, in der Mitte ein Dutzend Holzstühle platziert. Am Montag um kurz nach 14 Uhr betritt Lindner das Podium, von dem er am Wahlabend noch Durchhalteparolen ausgegeben hatte. Die sind nun nicht mehr zu hören.
„Die Neuwahl war für unser Land wichtig, selbst wenn wir als Freie Demokraten einen hohen Preis gezahlt haben“, verteidigte Lindner erneut die Entscheidung, die Ampelkoalition platzen zu lassen. Es klingt ein wenig nach Märtyrertum.
Die FDP ist mit 4,3 Prozent aus dem Bundestag geflogen. Lindner hatte bereits Sonntagnacht seinen Rückzug verkündet. „In einer führenden Rolle sehe ich mich nicht“, bekräftigte der scheidende FDP-Vorsitzende. Bis zum Parteitag im Mai bleibe er formal im Amt. Die Nachfolge sollen aber andere regeln. Vor allem die Vorsitzenden der Landesverbände sollen darüber beraten.
Mehr als elf Jahre war Lindner Parteivorsitzender. Er übernahm Ende 2013, als die FDP an der Fünfprozenthürde scheiterte. 2017 führte Lindner die Partei zurück in den Bundestag, 2021 in die Regierung. Nun ist er wieder in der außerparlamentarischen Opposition angekommen.