Fehlanreize im Sozialstaat: Studie: Wie das Lebenseinkommen vom Haushaltstyp abhängt
Viele der familienbezogenen Leistungen sind laut Bertelsmann Stiftung noch immer auf die eheliche Lebensgemeinschaft ausgerichtet.
Foto: dpaBerlin. Das verfügbare Lebenseinkommen hängt in Deutschland noch immer stark vom Haushaltstyp ab. Das gilt vor allem für Frauen, wie Berechnungen einer von der Bertelsmann Stiftung geförderten Studie zeigen.
Demnach können sich Frauen, auf das gesamte Erwerbsleben gerechnet, nur etwas mehr als halb so viel Bruttoeinkommen erarbeiten wie Männer. Diese Geschlechterlücke im Lebenserwerbseinkommen, der sogenannte Gender Lifetime Earnings Gap, ist für Mütter noch größer. Der tatsächliche Lebensstandard hängt dabei stark von der Familienkonstellation und den wohlfahrtsstaatlichen Leistungen ab.
Die Studie betrachtetet und simuliert die Daten für die Geburtsjahrgänge 1964 bis 1985, jeweils für das Haupterwerbsalter, das heißt in der Altersspanne vom 20. bis 55. Lebensjahr. Das verfügbare Lebenseinkommen ergibt sich nach Steuern und Abgaben zuzüglich Transfers und Familienleistungen. Der Jahrgang 1985 bietet die aktuellsten Werte.
Konkret: Heute Mitte-30-jährige verheiratete Mütter und Väter haben in ihrem Haupterwerbsalter jeweils rund 700.000 Euro zur Verfügung.
Frauen, die überwiegend alleinerziehend sind, kommen lediglich auf rund 520.000 Euro und müssen im Vergleich zu verheirateten Müttern damit durchschnittlich Einbußen von rund 25 Prozent hinnehmen.