Financial Intelligence Unit: Ermittlung wegen möglicher Bestechlichkeit bei Anti-Geldwäsche-Behörde
Bremen. Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt wegen Bestechlichkeit gegen einen Mitarbeiter oder früheren Mitarbeiter der Anti-Geldwäsche-Behörde Financial Intelligence Unit (FIU). Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Sonntag.
Demnach ermittelt die Staatsanwaltschaft in dem Verfahren gegen einen weiteren Beschuldigten wegen möglicher Bestechung. Weitere Angaben machte der Sprecher nicht. Zuerst berichtete die „Bild am Sonntag“ über den Fall.
Dem Bericht zufolge soll der Beschuldigte als FIU-Mitarbeiter monatelang vertrauliche Informationen der Behörde an einen kriminellen Clan weitergegeben haben. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft kommentierte das nicht.
Der Begriff Clankriminalität ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund alleine aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert.
Die FIU gehört zum Zoll, der dem Bundesfinanzministerium untersteht. Die Einheit hatte in der Vergangenheit immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Im Juni wurde bekannt, dass die FIU erst die Hälfte aller ihr vorliegenden Verdachtsfälle weitergeleitet hatte. Im Juli legte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) ein Gesetz zur Stärkung der FIU vor.