Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gastro-Gewerkschaftschef Zeitler „Auch Beschäftigte sollten von der Mehrwertsteuerabsenkung profitieren“

Der NGG-Vorsitzende kritisiert die beschlossene Aufstockung des Kurzarbeitergelds als unzureichend für das Gastgewerbe. Er sieht weiter die Arbeitgeber in der Pflicht.
24.04.2020 - 09:17 Uhr Kommentieren
Ein geschlossenes Restaurant: Die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes reicht nach Ansicht des Gastro-Gewerkschaftschef Zeitler Guido nicht aus. Quelle: dpa
Gastgewerbe

Ein geschlossenes Restaurant: Die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes reicht nach Ansicht des Gastro-Gewerkschaftschef Zeitler Guido nicht aus.

(Foto: dpa)

Berlin Das Gastgewerbe leidet besonders stark unter den Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens durch die Corona-Pandemie, Kurzarbeit ist in der Branche weit verbreitet. Eigentlich sollte sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) deshalb über die vom Koalitionsausschuss beschlossene Aufstockung des Kurzarbeitergelds und die gesenkte Mehrwertsteuer auf Speisen freuen, die den Umsatz nach dem Shutdown steigern soll. Doch der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler kritisiert entscheidende Schönheitsfehler in dem von Union und SPD ausgehandelten Kompromiss.

Herr Zeitler, das Gastgewerbe leidet besonders unter der erzwungenen Corona-Pause. Hilft es, wenn jetzt das Kurzarbeitergeld aufgestockt wird?
Prinzipiell begrüße ich die Aufstockung, aber viele Beschäftigte im Gastgewerbe, die seit März in Kurzarbeit sind, müssen Monate mit 60 Prozent ihres Nettoeinkommens auskommen. Für eine Köchin in Berlin bedeutet das, dass sie monatlich rund 920 Euro netto für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung hat. Das reicht zum Leben hinten und vorne nicht. Tausende werden zum Amt müssen, um Hartz IV zu beantragen.

Also setzen Sie weiter darauf, dass die Arbeitgeber freiwillig aufstocken?
Wir haben ja mit dem Branchenverband Dehoga – anders als in der Systemgastronomie – leider bisher keine Tarifvereinbarung über eine Aufstockung erzielt. Aber wir werden den Verband zu neuen Gesprächen auffordern.

Rechnen Sie sich größere Chancen aus, wenn jetzt die Mehrwertsteuer für Speisen auf sieben Prozent abgesenkt wird?
Wir sind auf jeden Fall der Auffassung, dass auch die Beschäftigten von dieser Mehrwertsteuerabsenkung profitieren sollten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Mehrwertsteuersenkung kann nur wirken, wenn es überhaupt Umsatz gibt. Vermissen Sie eine Corona-Exitstrategie für das Gastgewerbe?
    Ich kann verstehen, dass die Branche solche Signale fordert, und erste Bundesländer wie Bayern oder Baden-Württemberg arbeiten auch an Konzepten dafür, wie sich Hygienevorschriften und Abstandsregeln einhalten lassen. Aber der Schutz der Beschäftigten und der Kunden muss im Mittelpunkt stehen. Gastronomische Betriebe dürfen nicht noch einmal zu Virenschleudern werden, wie wir das etwa in den österreichischen Skigebieten erlebt haben.

    Rechnen Sie mit vielen Entlassungen?
    Die gibt es ja schon. Und nicht in allen Fällen lassen sich die Abstandsregeln einhalten. Denken Sie an eine klassische Bar mit ein paar Hockern entlang einer langen Theke. Ich erwarte deshalb, dass die Politik den Unternehmen mit Krediten und Zuschüssen über diese schwierige Zeit hilft. Sonst werden viele Bars und Restaurants schließen – mit entsprechenden Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben.
    Mehr: Bürokratisch, unzureichend, teuer – Beschlüsse des Koalitionsausschusses ernten Kritik.

    Startseite
    Mehr zu: Gastro-Gewerkschaftschef Zeitler - „Auch Beschäftigte sollten von der Mehrwertsteuerabsenkung profitieren“
    0 Kommentare zu "Gastro-Gewerkschaftschef Zeitler: „Auch Beschäftigte sollten von der Mehrwertsteuerabsenkung profitieren“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%