Handel: Darum kommen in Deutschland immer mehr chinesische Exporte an
Berlin. Eine vom Auswärtigen Amt geförderte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass die Befürchtungen begründet waren: Wegen der hohen Zölle auf chinesische Waren in den USA leiten chinesische Unternehmen ihre Exporte unter anderem auf Deutschland um. Die Analyse liegt dem Handelsblatt exklusiv vorab vor.
Die Umleitung, die laut Experten auch mit Preisdumping verbunden ist, dürfte auch eines der Themen bei der Reise von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nach China am Sonntag sein.
Die Forscher konzentrierten sich auf das zweite Quartal 2025 – im April hatten die US-Zölle auf chinesische Waren zeitweise bei 145 Prozent gelegen. Ökonomen hatten damals befürchtet, dass China seine Exporte auf andere Länder umlenken würde – und so heimische Anbieter verdrängen könnte.
Importdruck aus China weiter gewachsen
Zunächst untersuchten die Autoren der IW-Studie, ob es 2025 einen ungewöhnlichen Importanstieg von Waren aus China nach Deutschland gab. Das Ergebnis: „Der Importdruck aus China ist in diesem Jahr deutlich weiter gestiegen“, sagt Samina Sultan, Senior Economist für europäische Wirtschaftspolitik und Außenhandel beim IW und eine der Verfasserinnen der Studie. Als Gründe nennt sie neben den Umlenkungseffekten auch das Aufholen Chinas, die hohen und umfassenden Subventionen und vor allem auch die Unterbewertung des Yuan gegenüber dem Euro.