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Hochwasser-LageBis zu 27.000 Haushalte waren laut Eon zeitweise ohne Strom

Live-BlogBayerischer Umweltminister: „Leider noch keine Entwarnung“ +++ Große Teile der Ernte in Hochwassergebieten vernichtet +++ Der NewsblogEmma Möllenbrock 08.06.2024 - 12:55 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Szene aus Erbach in Baden-Württemberg (am 3. Juni): Ein Umspannwerk wird von der Feuerwehr vor der Überflutung geschützt.

Foto: Stefan Puchner/dpa
08.06.2024 – 10:38 Uhr Dominik Jäger

Entspannung trotz neuer Regenfälle bei Hochwasserlage in Bayern

Nach den Fluten hat sich die Hochwasserlage in weiten Teilen Bayerns weiter entspannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat zwar in Teilen des Freistaates Unwetter und Regen angekündigt, die Lage soll sich über das Wochenende dennoch weiter beruhigen. Auch der Wasserpegel der Donau ist an den meisten Messstationen in der Nacht zum Samstag gesunken - und wird es voraussichtlich auch weiterhin tun, wie der Hochwassernachrichtendienst vorhersagte.

Der Pegelstand mit der höchsten Meldestufe 4 ist den Angaben zufolge noch an der Donau in Niederbayern in Hofkirchen und Vilshofen überschritten. Mit dieser Meldestufe warnt der HND vor Überflutungen von bebauten Gebieten in großem Umfang. Er erwartete aber noch am Samstag eine Unterschreitung der höchsten Meldestufe.
07.06.2024 – 16:32 Uhr Tobias Döring

Eon: Bis zu 27.000 Haushalte zeitweise ohne Strom wegen Hochwassers

Fast alle Haushalte in den süddeutschen Hochwassergebieten sind nach Angaben des Netzbetreibers Eon wieder mit Strom versorgt. Nach Schätzungen seien „bis zu 27.000 Haushalte zeitweise von der Stromversorgung getrennt“ gewesen, teilte der Konzern am Freitag in Essen mit. Inzwischen seien nur noch einzelne Gebiete, in denen das Wasser noch nicht abgelaufen ist, sowie Industriekunden betroffen.

Im Netzgebiet der Eon-Tochter Bayernwerk sei ein Umspannwerk überschwemmt worden. Viele Ortsnetzstationen der Mittelspannung des Bayernwerks und der Lechwerke seien nicht versorgt worden. „Besonders stark war der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm betroffen.“
07.06.2024 – 11:58 Uhr Robert Laubach

Bayerns Umweltminister zum Hochwasser: „Leider noch keine Entwarnung“

Trotz einer leichten Entspannung der Hochwasserlage entlang der Donau sieht Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber noch keinen Grund zum Aufatmen. „Es kann leider noch keine Entwarnung gegeben werden“, sagte der Freie-Wähler-Politiker am Freitag in München. „Am Wochenende drohen regional wieder große Niederschläge. Die Behörden und Warndienste bleiben in Alarmbereitschaft und beobachten die Situation genau.“

Die lange Dauer der Hochwasserlage in Bayern sei „für alle Beteiligten ein großer Kraftakt“, sagte Glauber. Der Arbeitsstab Hochwasser seines Ministeriums werde auch mit Blick auf das Wochenende landesweit Schritte zum Schutz vor neuem Hochwasser koordinieren. Demnach sollen unter anderem Talsperren und Wasserspeicher abgesenkt werden, um dort Raum für den Rückhalt von neuem Wasser zu schaffen.
07.06.2024 – 09:52 Uhr Dominik Jäger

Leichte Entspannung an der Donau – geringes Risiko in Südbayern

Der Hochwassernachrichtendienst (HND) in Bayern erwartet in den kommenden Tagen eine weitere Entspannung der Lage an der Donau. Mehrere Pegelstände sollten noch am Freitag unter die höchste Meldestufe vier sinken, wie der HND in seinem Lagebericht am Vormittag mitteilte. In Niederbayern würden die Wasserstände aber voraussichtlich langsamer zurückgehen. Das Landratsamt in Straubing teilte mit, man rechne damit, dass der Pegelstand dort am Samstagmorgen wieder unter Meldestufe vier falle.

Wegen der vor allem in Süden Bayerns erwarteten Schauer und Gewitter, die teils Starkregen bringen können, rechnete der HND am Montag am Alpenrand zwar wieder mit steigenden Pegelständen. Das Risiko, dass erneut die Meldestufen drei und vier erreicht werden und im Zuge dessen größere Überschwemmungen bebauter Gebiete drohen, bezeichneten die Experten aber als gering. 

07.06.2024 – 02:41 Uhr Anne Schwedt

Hochwasser vernichtet die Ernte vieler Höfe 

Etlichen Landwirten hat das Hochwasser die Ernte ruiniert. „Die Wassermassen haben oft große Teile der Ernte für dieses Jahr vernichtet“, sagte Markus Drexler, Sprecher des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Besonders schlimm sei die Situation in Schwaben und Teilen von Ober- und Niederbayern. „Die Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Rüben, Kartoffeln und Mais, aber auch an Sonderkulturen wie Feldgemüse, Erdbeeren oder Himbeeren erreichen ein Ausmaß, das in Zahlen derzeit gar noch nicht bezifferbar ist.“ Es gebe Betriebe, bei denen schon seit Tagen die gesamte Nutzfläche unter Wasser stehe. 

Wenn noch junge Kartoffel- oder Maispflanzen mehrere Tage unter Wasser stünden, sterben und faulen sie ab. „Auch Wiesen und Getreide, das von den Wassermassen plattgewalzt wurde, ist in den allermeisten Fällen nicht mehr zu retten oder verunreinigt“, sagte Drexler.

Zudem mussten in den vergangenen Tagen in den Hochwassergebieten Ställe evakuiert werden. Meist hätten sich die Landwirte untereinander abgestimmt und Ausweichställe nutzen können, teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in München mit.
06.06.2024 – 14:03 Uhr Robert Laubach

Stoff bei Hochwasser-Aufräumarbeiten ausgetreten – Mehrere Verletzte

Bei Hochwasser-Aufräumarbeiten im nördlichen Oberbayern sind mehrere Menschen nach Kontakt mit einem zunächst unbekannten Stoff ärztlich behandelt worden. Der Stoff sei in Baar-Ebenhausen auf dem Gelände eines Privatanwesens ausgetreten, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Mehrere Menschen hätten über gereizte Atemwege geklagt. Der Bereich sei weiträumig abgesperrt worden, zahlreiche Einsatzkräfte seien vor Ort. Gefahrgut-Experten der Berufsfeuerwehr München sollten dabei helfen, den Stoff zu identifizieren.
06.06.2024 – 13:04 Uhr Robert Laubach

In Südbayern drohen erneute heftige Regenfälle

Dem Süden Bayerns drohen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nach dem Unwetter der vergangenen Woche erneut schwere Regenfälle. Die meteorologischen Modelle gingen derzeit für die Zeit von Samstagabend bis Montagmittag von Niederschlagsmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter aus, sagte DWD-Meteorologe Dirk Mewes der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Unklar sei derzeit noch, wo genau die Niederschläge fallen werden.

Es würden nicht die Regenmengen der vergangenen Woche erreicht. Dennoch könne es wegen der bereits angeschwollenen Gewässer und der durchfeuchteten Böden erneut zu erheblichen Gefahren kommen, auch für Leib und Leben. Auch Murenabgänge seien denkbar, zumal bereits in den Tagen zuvor örtlich mit Gewittern und heftigen Schauern gerechnet werden müsse.
06.06.2024 – 08:24 Uhr Anna Kipnis

Bahn fährt nach Hochwasser wieder auf mehr Strecken in Bayern 

Nach dem Hochwasser in vielen Regionen Bayerns sind Fernverkehrszüge der Bahn wieder auf den meisten wichtigen Strecken unterwegs. Der aktuellen Betriebslage zufolge gab es auf der Strecke Ulm-Augsburg-München am Donnerstag keine flutbedingten Einschränkungen mehr. Auch die Route von Donauwörth nach Augsburg war nicht mehr in der Liste von Strecken mit Störungen oder Sperrungen aufgeführt. 

Gesperrt blieben am Donnerstag demnach die Eurocity-Express-Verbindung von München über Lindau nach Zürich sowie die ICE-Strecke Nürnberg-Würzburg. Dort wurde wegen einer Umleitung der Züge etwa 25 Minuten Verspätung vorausgesagt. 

Auch im Regionalverkehr in Bayern mussten Fahrgäste wegen Streckensperrungen am Donnerstag erneut mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen, unter anderem auf den Strecken zwischen Kitzingen und Würzburg sowie zwischen Landshut und Regensburg.

Imago
06.06.2024 – 07:48 Uhr Anna Kipnis

Scholz sagt Hochwasser-Betroffenen Hilfe zu 

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Betroffenen der jüngsten Hochwasser erneut die Hilfe des Staates zugesagt. Das Ausmaß der Schäden sei groß. „Wir werden diese Schäden - wie bei früheren Hochwassern auch - gemeinsam mit den Ländern bewerten und Hilfe organisieren“, versprach der SPD-Politiker am Donnerstag in seiner Regierungserklärung im Bundestag. Der Bundeskanzler dankte auch erneut allen Helfern. „In der Not rücken wir zusammen. Das gehört sich so. So ist Deutschland“, betonte er. 

Zugleich räumte Scholz ein, Bund und Länder müssten sich besser auf solche Katastrophen vorbereiten. Deshalb würden Küstenschutz und Hochwasserschutz im Binnenland verbessert. Überall im Land müssten Flutpolder und Rückhaltebecken entstehen - auch wenn das nicht beliebt sei. Auch beim Thema Elementarschadenversicherung gebe es Fortschritt. Am 20. Juni wolle er mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder darüber beraten. „Eigentümer von Häusern und Wohnungen müssen sich gegen Elementarschäden versichern können“, betonte Scholz.

05.06.2024 – 15:05 Uhr Emma Möllenbrock

Polizei: Vierte Hochwasser-Tote in Bayern entdeckt

Die Zahl der bekannten Todesopfer infolge des Hochwassers in Bayern ist laut Polizeiangaben auf vier gestiegen. Eine 79 Jahre alte Frau sei am Mittwoch leblos im Mindelkanal in Schwaben entdeckt worden, teilten die Beamten mit. Sie war demnach am Sonntag in Jettingen-Scheppach zwischen Augsburg und Ulm als vermisst gemeldet worden.

Den Angaben zufolge war die nun gefundene Frau am Sonntag gegen Mittag noch von einem Zeugen in der Nähe des Flusses Mindel gesehen worden. Die 79-Jährige war demnach mit ihrem Fahrrad dort unterwegs. Später habe sich die Spur der Frau verloren, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten hätten viele mögliche Anlaufstellen überprüft und Angehörige befragt - ohne Erfolg. Auch ein Polizeihubschrauber sei bei der Suche nach der 79-Jährigen im Einsatz gewesen.

Ein Anwohner habe die leblose Frau am Mittwoch schließlich im Mindelkanal in Jettingen-Scheppach entdeckt. Es handle sich zweifelsfrei um die Vermisste. Hinweise auf ein Fremdverschulden in dem Fall gebe es bislang nicht, teilte die Polizei mit. Die Kripo Neu-Ulm ermittelte zu den genauen Umständen des Todes. 
05.06.2024 – 09:26 Uhr Emma Möllenbrock
05.06.2024 – 08:38 Uhr Stefan Kaufmann

Suche nach vermisstem Feuerwehrmann geht weiter

Die Suche nach einem im Hochwasser-Einsatz vermissten Feuerwehrmann in Schwaben geht nach Angaben der Polizei auch am Mittwoch weiter. Der 22-Jährige sei bisher nicht gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher in Kempten. Polizeikräfte sollten am Mittwoch an Land und mit Drohnen aus der Luft nach dem Vermissten suchen. 

Der junge Mann war in der Nacht zum Sonntag in Offingen nahe der Grenze zu Baden-Württemberg mit einem Boot der DLRG-Wasserrettung gekentert. Die übrigen vier Einsatzkräfte an Bord konnten sich an Land retten und blieben unverletzt. Der 22-Jährige gilt seither als vermisst. Noch habe man die Hoffnung, ihn lebend zu finden, sagte der Polizeisprecher.
05.06.2024 – 05:52 Uhr Tom Körkemeier

Hochwasserlage in Regensburg bleibt angespannt 

Die Hochwasserlage in Regensburg in Bayern bleibt angespannt. Der Pegelstand sinke sehr langsam auf hohem Niveau, sagte eine Sprecherin der Stadt am Dienstagmorgen. Laut Hochwassernachrichtendienst (HND) lag der Pegelstand der Donau weiter bei über sechs Metern - normal sind etwa drei Meter.

 

Am Dienstagabend evakuierten die Einsatzkräfte etwa 30 Häuser entlang einer Straße an dem Fluss, weil der Untergrund wegen des hohen Grundwasserspiegels immer weiter aufweichte. Die Stabilisierung der Schutzwände an der Werftstraße werde auch am Mittwoch weiter im Fokus des Katastrophenschutzes stehen, sagte die Sprecherin. „Das ist unsere Schwachstelle.“

Schutzwand in Regensburg dpa
05.06.2024 – 05:52 Uhr Tom Körkemeier

Pegelstände in Passau sinken

In Passau sanken die Pegelstände an Donau und Inn am Mittwoch langsam. Die Pegelstände an der Donau lagen am Morgen nach Angaben des HND noch zwischen etwa 8,50 und knapp über neun Metern. Normal sind hier Wasserstände von an die sechs Meter. Damit galt weiterhin die höchste Meldestufe 4. Der Pegelstand an der Inn sank von gut sieben Metern auf etwa 5,80 Meter.

05.06.2024 – 06:33 Uhr Stefan Kaufmann

Bayern hat Ziele beim Polderbau weit verfehlt

Bayerns Staatsregierung hat über zwei Jahrzehnte nach dem Beschluss zum Bau von sieben großen Flutpoldern zum Schutz vor extremen Hochwassern erst zwei der damals geplanten Projekte verwirklicht. Das bestätigt das Umweltministerium in München auf Anfrage. „Der Polder Weidachwiesen ist in Betrieb und wurde auch aktuell genutzt. Der Polder Riedensheim ist einsatzbereit“, teilte eine Sprecherin mit. 
„Solche Projekte erfordern umfangreiche Planungen und anschließende Baumaßnahmen und benötigen deshalb Zeit“, erläuterte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Geplant war die Fertigstellung aller sieben Polder bis 2020, wie in einem Bericht des Landesamts für Umwelt zum Flutpolderprogramm aus dem Jahr 2018 nachzulesen.

Derzeit steht insbesondere Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger in der Kritik, der ehedem neben „Monstertrassen“ – also große Stromleitungen quer durchs Land – auch „größenwahnsinnige Flutpolder“ bekämpfte. 
04.06.2024 – 19:23 Uhr Alisa Swoboda

Scheitel an Donau und Inn in Passau überschritten – leichter Rückgang

In der Stadt Passau im Südosten Deutschlands ist der Scheitel der Flüsse Donau und Inn erreicht – die Wasserstände fallen leicht, wie die Stadt am Dienstagabend mitteilte. Die Donau habe den vorhergesagten Scheitel von zehn Metern bereits überschritten. Der Wasserstand lag am Dienstagabend nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes (HND) bei etwa 9,70 Metern. Normal sind hier Wasserstände von etwa fünfeinhalb Metern. Der Pegelstand am Inn ging von gut sieben Metern auf knapp 6,70 Meter zurück. „Es wird davon ausgegangen, dass die Pegel in den nächsten Stunden weiter zurückgehen.“ Allerdings werde der Donaupegel langsamer sinken.

Die Stadt hatte aufgrund der erwarteten Zuspitzung der Hochwassersituation am Dienstag den Katastrophenfall ausgerufen. Zahlreiche Straßen und Plätze in Passau sind wegen des Hochwassers bereits gesperrt, Schulunterricht fällt aus. Der Busverkehr ist beeinträchtigt, Verbindungen in die Altstadt wurden am Dienstag eingestellt. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem die Alt- und Innenstadt.

Die Behörden warnten erneut dringend davor, überflutete Bereiche zu betreten. Das gesamte Hochwassergebiet – insbesondere Alt- und Innenstadt – solle gemieden werden. In Passau kommen die drei Flüsse Donau, Inn und Ilz zusammen.
04.06.2024 – 18:15 Uhr Alisa Swoboda

Nach starken Regenfällen: Hochwasserwarnung im Süden Polens 

Nach starken Niederschlägen in Polen stehen Teile der Stadt Bielsko-Biala in Schlesien unter Wasser. Die Situation sei mittlerweile unter Kontrolle, sagte der Leiter der Gebietsadministration, Marek Wojcik, am Dienstag. „Niemand ist körperlich zu Schaden gekommen.“ Einige Menschen seien zwar in ihren Häusern vom Wasser abgeschnitten worden, aber man habe sie in Sicherheit bringen können.

Behördenangaben zufolge waren in der Region um Bielsko-Biala in den Morgenstunden bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. Derart intensive Niederschläge hatte es dort zuletzt im Jahr 1972 gegeben. Die Feuerwehr rückte zu rund 1250 Einsätzen aus. Zahlreiche Keller und Grundstücke wurden überflutet. Das Wasser blockierte zwei Gleise des örtlichen Bahnhofs, Züge mussten auf andere Gleise umgeleitet werden, einige fielen ganz aus. Überschwemmt wurden zudem das Stadtarchiv und das Busdepot der städtischen Verkehrsbetriebe.
Nach starken Regenfällen in Bielsko-Biala und im Landkreis Bielsko-Biala hat das Wasser viele Straßen überflutet und den Verkehr behindert, dpa
04.06.2024 – 11:44 Uhr Anna Kipnis

Passau ruft Katastrophenfall aus – Weiterer Anstieg der Donau erwartet

Die Stadt Passau in Niederbayern hat aufgrund der erwarteten Zuspitzung der Hochwassersituation am Dienstag den Katastrophenfall ausgerufen. Für die Donau werde im Laufe des Nachmittags ein Pegelstand von rund zehn Metern erwartet, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Aktuell betrage der Pegelstand 9,97 Meter.

Relativ zeitgleich werde aber auch der Scheitel des Inns die Dreiflüssestadt erreichen, hieß es. Aufgrund des Starkregens am Montag rechnet die Stadt dort mit einem Pegelstand von mehr als sieben Metern.

Zahlreiche Straßen und Plätze in Passau sind wegen des Hochwassers bereits gesperrt, Schulunterricht fällt aus. Der Busverkehr ist beeinträchtigt, Verbindungen in die Altstadt wurden am Dienstag komplett eingestellt. Betroffen ist den Angaben zufolge vor allem die Alt- und Innenstadt. Die Stadt warnte dringend davor, überflutete Bereiche zu betreten. Das gesamte Hochwassergebiet solle grundsätzlich gemieden werden.

Überflutete Altstadt  dpa
04.06.2024 – 18:55 Uhr Stefan Kaufmann

Innenministerium: Mehrere Menschen nach Hochwasser in Bayern vermisst

Mehrere Menschen gelten in den Hochwassergebieten Bayerns derzeit als vermisst. Ein Sprecher des Innenministeriums in München sagte, die Zahl der Vermissten habe am Dienstagmorgen bei sieben gelegen, im Laufe des Vormittags bei fünf, am frühen Nachmittag dann bei sechs. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte nach einer Kabinettssitzung am Vormittag die Zahl der Vermissten im Freistaat mit insgesamt bis zu sieben angegeben.

Die Lage sei „extrem volatil“, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums dazu. Unter den Vermissten könnten demnach auch Menschen sein, die sich inzwischen bei den Behörden vor Ort zwar gemeldet haben, deren Meldung aber bislang nicht ans Lagezentrum in München weitergegeben wurde. „Die genauen Zahlen sind daher nicht sehr valide“, betonte der Sprecher.
04.06.2024 – 18:57 Uhr Stefan Kaufmann

Frau harrt wegen Hochwassers zweieinhalb Tage in Baumkrone aus

In Schwaben hat sich eine Frau rund zweieinhalb Tage lang in der Krone eines Baums vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht und so überlebt. Die 32-Jährige wurde schließlich am Dienstagmittag mittels einer Suchdrohne entdeckt und dann gerettet, wie die Polizei berichtete. Sie war seit der Nacht zum Sonntag im überfluteten Silberwald bei Neu-Ulm vermisst worden. Die Frau sei weitgehend unverletzt, teilten die Einsatzkräfte mit. Die geschwächte und dehydrierte 32-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Sie war in der Nacht von Samstag auf Sonntag in dem Wald unterwegs gewesen, als das Wasser immer weiter stieg. Gegen Mitternacht habe sie noch selbst mit dem Handy in der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst anrufen können, sagte Polizeisprecher Holger Stabik. Zudem habe ein Bekannter von ihr Vermisstenanzeige bei der Polizei erstattet.

Danach war die Frau über ihr Mobiltelefon nicht mehr erreichbar, möglicherweise wegen eines leeren Akkus. Die Helfer begannen mit den Suchmaßnahmen. Nach dem Notruf hatte sich die Frau in die Krone eines umgestürzten Baumes retten können. In der Baumkrone harrte sie dann Tag und Nacht rund zwei Meter über dem Wasser aus. Als die Einsatzkräfte sie schließlich fanden, stand die Flut noch immer etwa brusthoch unter dem Baum.
04.06.2024 – 18:12 Uhr Alisa Swoboda

Hochwasser in Österreich: Donau für Schifffahrt gesperrt

Der gesamte Verlauf der Donau in Österreich ist wegen Hochwassers für die Schifffahrt gesperrt worden. Das teilte die staatliche Wasserstraßengesellschaft via donau am Dienstag mit. „Ab einem gewissen Wasserstand ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet“, sagte Christoph Caspar, der Sprecher von via donau, der Deutschen Presse-Agentur. Wie lange die Maßnahme in Kraft bleibe, hänge von den weiteren Niederschlägen und den Wassermengen der Zubringerflüsse ab.

Wegen der Sperre mussten einige Kreuzfahrtschiffe in Linz anlegen, wo die Donau am Dienstag über die Ufer trat. Einige Straßen wurden ebenfalls gesperrt. In Schärding, das am Donau-Zubringerfluss Inn liegt, wurde der Hochwasserschutz aufgestockt, um größere Überschwemmungen zu verhindern. Beide Städte liegen im Bundesland Oberösterreich.

Da Wasserstände der bayerischen Donau weiterhin stiegen, seien auch an der oberösterreichischen Donau noch leichte Anstiege zu verzeichnen, meldete der Hydrographische Dienst von Oberösterreich am Dienstagmittag. Insgesamt erwarteten die Gewässer-Fachleute aber eine baldige Entspannung der Lage.
Überflutungen im Raum Ardagger Markt im Bezirk Amstetten in Niederösterreich. dpa
04.06.2024 – 12:23 Uhr Alisa Swoboda

Mieterbund betont Anspruch auf Instandsetzung bei Hochwasserschäden

Bei Hochwasserschäden haben Mieter nach Angaben des Mieterbunds Bayern einen Reparatur- und Instandsetzungsanspruch gegenüber dem Vermieter. Das gilt auch für mitvermietete Einbauküchen, Elektrogeräte und Teppichböden - nicht aber für die eigenen Möbel und Gegenstände des Mieters, wie der Landesverband am Dienstag mitteilte.

In Keller und Wohnungen eingedrungenes Wasser muss demnach der Eigentümer und Vermieter beseitigen. Auch für das Trockenlegen der Wohnung ist er verantwortlich. Solange die Wohnung aufgrund der Unwetterschäden nicht oder nur eingeschränkt nutzbar ist, darf der Mieter die Miete mindern. Eine Mietvertragsklausel, die das Mietminderungsrecht in Fällen höherer Gewalt einschränkt, ist laut Mieterbund unwirksam. Zur Sicherheit sollten Mieter Fotos machen, um Umfang und Ausmaß beweisen zu können, auch für die Versicherung.

Schadenersatzansprüche des Mieters gegen den Vermieter sind im Regelfall ausgeschlossen. Der Vermieter müsse auch keine Vorkehrungen gegen sehr seltene Naturkatastrophen treffen, teilte der Mieterbund mit.
04.06.2024 – 10:43 Uhr Anna Kipnis

Söder: Bayern stellt 100 Millionen Euro „plus X“ an Flut-Hilfen bereit 

Nach der Flutkatastrophe in vielen Landesteilen will die bayerische Staatsregierung mindestens 100 Millionen Euro an Finanzhilfen für Betroffene bereitstellen: „100 Millionen plus X“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einem entsprechenden Kabinettsbeschluss in München. 

Von dem Hilfspaket sollen grundsätzlich sowohl Privathaushalte als auch Gewerbebetriebe, Selbstständige sowie Land- und Forstwirte profitieren können. „Bayern hilft, schnell und unbürokratisch“, sagte Söder. „Wir lassen in der Not niemanden allein.“ Söder forderte aber auch den Bund auf, seine Zusagen einzuhalten und Flut-Hilfe zu leisten.

Nach dem bayerischen Konzept sollen Haushalte nach Worten Söders bis zu 5000 Euro an Soforthilfen bekommen können, für Ölschäden an Wohngebäuden bis zu 10.000 Euro – wobei Versicherungsleistungen am Ende darauf angerechnet werden. Bei einer drohenden Existenzgefährdung würden sogar bis zu 100 Prozent erstattet, kündigte Söder an. Unternehmen und Gewerbetreibende sollen nach seinen Worten zwischen 5000 und 200.000 Euro an Soforthilfen in Anspruch nehmen können. Wären die Schäden versicherbar gewesen, werden die Summen reduziert.

Markus Söder im Hochwassergebiet dpa
04.06.2024 – 10:42 Uhr Anna Kipnis

Steinmeier dankt Helfern in Hochwassergebieten 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den tausenden Helfern in den Hochwassergebieten Süddeutschlands für ihren Einsatz gegen die Fluten gedankt. „Es ist großartig zu sehen, wie viele Menschen es gibt, die in Zeiten schwerster Not für ihre Mitmenschen da sind“, sagte Steinmeier am Dienstag in Berlin bei der Eröffnung der Woche der Umwelt im Park seines Amtssitzes Schloss Bellevue. Ihnen allen sage er seinen ganz herzlichen Dank. 

Dieser Dank gelte allen Helferinnen und Helfern, die in den Überschwemmungsgebieten seit Tagen pausenlos im Einsatz seien. Steinmeier nannte die zehntausenden Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk. Sie und viele andere kämpften oft bis zur völligen Erschöpfung gegen die Wassermassen an und riskierten ihr Leben, um Menschen aus überfluteten Häusern zu retten. Er danke aber auch den vielen Bürgerinnen und Bürgern aus der Region, „die spontan helfen und da mit anpacken, wo die Katastrophe am größten ist, die Sandsäcke füllen, Evakuierte versorgen oder Trost spenden“.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Imago

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