Gebäudetyp E: Einfach und effizient bauen – ein Projekt soll zeigen, wie es geht
Düsseldorf. Einfach, effizient und experimentell bauen – für diese Begriffe steht das „E“ beim Gebäudetyp E. Während die Bundespolitik weiter daran arbeitet, dieses einfachere und bestenfalls günstigere Bauen über ein Gesetz zu erleichtern, setzen manche Bauherren das Prinzip bereits in die Praxis um.
Dazu gehört das Beratungsunternehmen Drees & Sommer. Am Firmensitz in Stuttgart-Vaihingen plant es einen Bürokomplex als Gebäudetyp E. Der Neubau „The New 22“ ist laut der auf Bauen und Immobilien spezialisierten Firma deutschlandweit das bislang größte. Das Konzept werde vorrangig bei Wohngebäuden umgesetzt, sagt Drees & Sommer-Vorstand Steffen Szeidl. In diesem Segment seien ihm etwa 40 bis 50 Projekte bekannt, bei Büros keines.
Das bereits von der Ampelkoalition angestoßene „Gebäudetyp-E Gesetz“ soll das Bauen vereinfachen, Experimente erlauben und die Kosten senken. Die neue Bundesregierung aus Union und SPD will den Gebäudetyp E laut Koalitionsvertrag nun umzusetzen und so das Abweichen von den sogenannten technisch anerkannten Regeln juristisch erleichtern.
Genau das ist für Baupartner bisher ein Problem: Weichen sie von diesen Regeln ab, besteht die Gefahr, wegen mangelhafter Bauausführung auf Schadenersatz verklagt zu werden. Und: Einige der baurelevanten Normen – nach Angaben von Drees & Sommer sind es insgesamt rund 20.000 – gelten als hinderlich für innovatives und klimafreundliches Bauen.