Immobilien: So stark steigen die Preise von möblierten Wohnungen
Berlin. Ein graues Sofa, ein schmales Sideboard, ein höhenverstellbarer Schreibtisch – die Möblierung der Zweizimmerwohnung in München-Neuschwabing ist überschaubar, doch in der Anzeige wird die „gehobene Innenausstattung“ gepriesen. Für eine befristete Mietdauer fordert der Anbieter eine Kaltmiete von knapp 31 Euro pro Quadratmeter.
Solche Mietofferten alarmieren Baupolitiker, die eine strengere Regulierung fordern. „Ein Möblierungszuschlag in Höhe von bis zu mehreren Hundert Euro pro Monat für einen Campingstuhl und -tisch im Wohnzimmer ist weder angemessen noch vertretbar“, sagte der baupolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Bernhard Daldrup, dem Handelsblatt.
Das Problem: In Städten mit einem angespannten Wohnungsmarkt soll die Mietpreisbremse drastische Mietsprünge eigentlich verhindern. Bei Neuvermietungen darf die Miete höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Diese ist im Mietspiegel zu ermitteln. Doch wer eine Wohnung möbliert und zeitlich befristet vermietet, ist nicht an die Mietpreisbremse gebunden.
„Ikea-Billigmöblierung“ treibt die Preise
Wenn diese Entwicklung wegen des knappen Angebots nicht gestoppt werden könne, der Wohnungsmarkt hier also versage, sei politisches Handeln geboten, meint Daldrup. „Wir sind nicht gegen die Vermietung möblierter Wohnungen“, stellt der SPD-Politiker klar. „Allerdings muss der Aufpreis auf die Nettokaltmiete um die bereitgestellten Möbel nachvollziehbar und verhältnismäßig sein.“