Interview: Franziska Giffey vor der Berlin-Wahl: „Es gibt in dieser Koalition an zentralen Punkten sehr unterschiedliche Auffassungen“
Franziska Giffey ist seit Dezember 2021 Regierende Bürgermeisterin von Berlin.
Foto: Getty ImagesFrau Giffey, es sind noch zwei Wochen bis zur Wahl. Haben Sie Angst davor, dass die Leute den Stimmzettel sehen und denken: „Ach, die SPD, das waren doch die mit der verpatzten Wahl“? Ihr Name steht nur klein unter der Partei.
Die wichtige Frage ist: Wem trauen die Berlinerinnen und Berliner zu, im Roten Rathaus die Berliner Landesregierung anzuführen? Meine persönlichen Zustimmungswerte sind gut. Ich bringe viele Jahre Erfahrung mit: in Verantwortung im Bezirk, in der Bundesregierung und nun auch auf Landesebene.
Ihnen wäre lieber, wenn auf dem Wahlzettel groß Giffey steht statt der Partei?
Die Wahlzettel sind, wie sie sind. Ich denke, die Verbindung ist schon da: Giffey ist SPD. Und wer Giffey will, muss SPD wählen. Wir setzen auf den Ausgleich der Interessen, statt Klientelpolitik zu machen, wie andere. Ich bin gegen diese Art von Politik, die vielleicht gut gemeint, aber selten auch gut gemacht ist.
Das Hauptargument, die SPD zu wählen, ist der Einsatz für Interessenausgleich?
Ausgleich allein bringt noch keine Entwicklung nach vorne. Wir werden auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt massive Veränderungen erleben – aber es muss sozial gerecht zugehen. Wir werden all die Dinge, die wir brauchen, nur umsetzen können, wenn wir auch eine starke Wirtschaft haben, die gute Arbeit ermöglicht und auf Innovationen setzt. Mein Ziel ist, Berlin zu einer echten Chancen-Stadt zu entwickeln. Dafür arbeite ich.