Klimaschutz-Gutachten: Jeder Bürger soll 296 Euro für den Nahverkehr zahlen – ohne eine Fahrkarte zu bekommen
Einem Gutachten zufolge sollen Abgaben für den Nahverkehr steigen, jedoch kein Ticket beinhalten.
Foto: dpaBerlin. Die Nahverkehrsunternehmen in Deutschland setzen stark auf neue Angebote, deutlich teureres Autofahren und Abgaben von Anwohnern in der Nähe von Haltestellen, um so die Klimaziele zu erreichen. Das geht aus einem Gutachten des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hervor, dessen Ergebnisse dem Handelsblatt vorliegen. Der Verband hatte die Ergebnisse auf einer Sonderverkehrsministerkonferenz Ende Juni präsentiert.
Demnach sind weniger Emissionen im Nahverkehr alles andere als zum Nulltarif zu haben: Um den CO2-Ausstoß bis 2030 um 53 Prozent zu senken, kalkulieren die Berater von Roland Berger im Auftrag des VDV damit, das Angebot von Bus und Bahn um gut ein Viertel auszubauen.
Allerdings würden die Fahrgeldeinnahmen nur um die Hälfte steigen, die Kosten hingegen sich mit 90 Prozent fast verdoppeln. Was das Gutachten beinhaltet:
Pro Bürger 296 statt 120 Euro im Jahr – Fahrkarte extra
Entsprechend fordert die Branche viel Geld vom Staat und damit von jedem Einzelnen: Jeder Einwohner soll statt heute 120 Euro im Jahr 296 Euro zahlen – ohne dafür eine Fahrkarte zu erhalten. Zu den ab 2022 jährlich um 1,8 Prozent steigenden Bundesmitteln von fast zwölf Milliarden Euro sollen bis 2030 insgesamt mehr als 46 Milliarden Euro hinzukommen.