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Krankenkassen Frühere SPD-Sozialministerin Carola Reimann soll neue AOK-Chefin werden

Im März trat die SPD-Politikerin von ihrem Ministeramt in Niedersachsen zurück. Ab 2022 soll die 53-Jährige die einflussreiche Krankenkasse führen.
20.07.2021 - 14:00 Uhr Kommentieren
Die frühere SPD-Gesundheitspolitikerin führt seit 2022 den AOK-Bundesverband. Quelle: dpa
Carola Reimann

Die frühere SPD-Gesundheitspolitikerin führt seit 2022 den AOK-Bundesverband.

(Foto: dpa)

Berlin Der Führungswechsel an der Spitze einer der einflussreichsten gesetzlichen Krankenkassen nimmt Form an. Auf den amtierenden Vorsitzenden des AOK-Bundesverbands Martin Litsch soll die erfahrene Gesundheitspolitikerin Carola Reimann (SPD) folgen. Litsch verabschiedet sich noch in diesem Jahr in den Ruhestand. Seine mögliche Nachfolgerin Reimann wäre die erste Frau an der Spitze des Krankenkassen-Dachverbands, der rund 27 Millionen Versicherte vertritt.

Über die Personalie berichtete zuerst der Branchendienst „dfg. „Zur Nachfolge zeichnet sich eine Entscheidung ab“, bestätigte ein AOK-Sprecher am Dienstag dem Handelsblatt. Dazu werde am 27. Juli der erweiterte Vorstand zusammenkommen, wo die zur Nachfolgesuche eingesetzte Findungskommission Reimann vorschlagen werde. Tags darauf soll die Personalie dann beschlossen werden. Reimann würde den Posten zum Jahresbeginn 2022 übernehmen.

Die 53-Jährige kommt in schwierigen Zeiten. Die gesetzlichen Krankenkassen kämpfen mit einem milliardenschweren Finanzloch, für das bislang keine langfristige Lösung in Sicht ist. Das Thema wird notgedrungen nach der Bundestagswahl im September auf der Agenda der nächsten Regierung stehen. In Kassenkreisen bestehen keine Zweifel, dass Reimann die AOK-Interessen dann energisch vertreten wird. Sie gilt als ausgewiesene Kennerin gesundheitspolitischer Grabenkämpfe und Machtspiele.

Erfahrene Gesundheitspolitikerin

Reimann, geboren in der nordrhein-westfälischen Stadt Goch und diplomierte Biotechnologin, war fast 17 Jahre lang als Bundestagsabgeordnete Mitglied im Gesundheitsausschuss. Während der schwarz-gelben Koalition 2009 bis 2013 leitete sie das Gremium gar als Vorsitzende. Außerdem war sie lange Jahre gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

2017 dann der Wechsel in die Landespolitik nach Hannover: Dort machte sie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu seiner Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Ihre Amtszeit war nicht frei von Problemen: Im September 2020 kündigte Reimann an, die niedersächsische Pflegekammer aufzulösen. Die Grünen sprachen von einem „Desaster“. Auch für ihr Management in der Coronakrise musste Reimann zuletzt viel Kritik einstecken – unter anderem wegen Problemen bei der Impfterminvergabe und des langsamen Impffortschritts in dem Bundesland. Die FDP forderte unter anderem, Reimann solle zurücktreten.

Im März 2021 legte sie dann tatsächlich ihre Ämter nieder – allerdings aus gesundheitlichen Gründen. Sie müsse zeitnah im Krankenhaus behandelt werden, teilte sie damals mit. Sie habe sich eingehenden medizinischen Untersuchungen unterzogen. Es war absehbar, dass sie ihre Amtsgeschäfte in nächster Zeit nur sehr eingeschränkt wahrnehmen könne. Die Pandemie erforderte „einhundertprozentigen Einsatz“. Diesen Einsatz könne sie in nächster Zeit nicht leisten.

Ministerpräsident Weil zeigte sich bestürzt über die Entscheidung und fand lobende Worte für Reimanns Amtszeit. „Sie hat in den zwölf Monaten der Coronakrise mit großer Fachkenntnis und einem enormen Einsatz unermüdlich dafür gearbeitet, dass Niedersachsen einigermaßen unbeschadet die Pandemie bewältigt“, sagte er damals. Nach dem Krankenhausaufenthalt folgte die Reha – und nun die Rückkehr in die Gesundheitspolitik.

Mehr: Ab 1. Juli: Krankenkassen übernehmen mehr Leistungen

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