OECD-Studie: Die höchsten Steuern und Abgaben: Deutschland ist Weltmeister
Finanzminister Olaf Scholz freut sich über die hohen Steuereinnahmen in Deutschland. Den Arbeitnehmern wird hierzulande weltweit am tiefsten in den Geldbeutel gegriffen.
Foto: dpaBerlin. Der Wahlkampf naht, und damit wird auch der Streit um die Steuerpolitik wieder schärfer. Die FDP hat sich mit der Forderung nach starken Steuersenkungen positioniert. Das linke Lager dagegen will untere Einkommen entlasten, Gutverdiener aber stärker zur Kasse bitten. Unterm Strich sehen ihre Programme keine großen Steuersenkungen vor.
Eine neue Studie der OECD, die jährlich die Steuer- und Abgabenlast unter ihren Mitgliedstaaten vergleicht, zeigt allerdings: Deutschland ist bei Steuern und Abgaben schon jetzt Weltmeister.
Nirgends auf der Welt müssen Arbeitnehmer demnach so hohe Steuern und Beiträge abführen wie hierzulande. Und: Anders als oft behauptet werden auch Familien kräftig zur Kasse gebeten. Zumindest, sobald beide Ehepartner arbeiten.
Ein Single mit Durchschnittsverdienst musste demnach im Vorjahr 38,9 Prozent seines Gehalts in Form von Steuern und Sozialbeiträgen an den Fiskus abführen. Das ist die höchste Belastung unter allen OECD-Ländern. Zum Vergleich: Der OECD-Schnitt liegt bei 24,9 Prozent.
Etwas besser sieht es für Familien aus, in denen nur ein Ehepartner das Geld nach Hause bringt. Diese Familien profitieren in Deutschland vom Ehegattensplitting, das insbesondere Einverdienerhaushalte steuerlich besserstellt. Hier liegt Deutschland mit einer Belastung von 32,9 Prozent im OECD-Vergleich auf Platz neun und damit im oberen Mittelfeld.