Öffentlicher Dienst der Länder: Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr
Berlin. In der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordern die Gewerkschaften sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro mehr im Monat. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen, zudem müsse das Ergebnis umgehend auf die Beamten übertragen werden. So fassten die Vorsitzenden von Verdi und des Deutschen Beamtenbundes (dbb) am Donnerstag die Beschlüsse ihrer Tarifkommissionen zusammen.
„Die Beschäftigten wollen ein klares Signal der Arbeitgeber, dass ihre Leistungen künftig besser honoriert werden“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke. Die Verhandlungen starten am 3. Dezember und werden Mitte Januar fortgesetzt. Eine Einigung vor der dritten Gesprächsrunde im Februar gilt allerdings als unwahrscheinlich.
Werneke verwies auf die jüngste Steuerschätzung: Diese hätte die finanziellen Spielräume insbesondere der Länder erweitert. Das müsse sich auch bei den Gehältern zeigen, denn der öffentliche Dienst leide schon heute unter dem Wettbewerb um die besten Fachkräfte. Um dabei zu bestehen, sei eine Erhöhung „deutlich oberhalb der Inflation“ notwendig.
Der dbb-Vorsitzende Volker Geyer sagte: „Wenn 73 Prozent der Bürger den Staat für nicht handlungsfähig halten, liegt das vor allem an der Personalnot.“ Insgesamt fehlten 600.000 Kräfte im öffentlichen Dienst der Länder, davon allein in der Bildung mehr als 100.000. „Und aktuell zahlen die Wirtschaft, der Bund und die Kommunen besser als die Länder“, so Geyer.
Für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen hatte es im April 2025 einen Abschluss gegeben – eine zweistufige Lohnerhöhung um 5,8 Prozent mit einer Laufzeit von 27 Monaten bis Ende März 2027. Die Gespräche mit den Ländern betreffen nun rund 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte, Hessen ist nicht dabei.
Gefordert wird zudem die zeitgleiche Übertragung des Ergebnisses auf etwa 1,3 Millionen Beamte. Betroffen sind auch rund eine Million Pensionäre. Tarifbeschäftigte der Länder sind unter anderem im Straßenbau, bei der Justiz, in Finanz- und Steuerbehörden, in Kitas und Schulen, an Universitäten, Kliniken und in der Verwaltung tätig.