Bahnverkehr: Sieben Hindernisse für ein europäisches Schienennetz
Berlin. Mit dem Zug von Riga nach Hamburg zu fahren ist bislang ein mehrtägiges Abenteuer. Zum diesjährigen Hafengeburtstag der Hansestadt musste der lettische Verkehrsminister Kaspars Briškens deshalb noch mit dem Flugzeug anreisen. Doch wenn es nach Briškens geht, soll die Strecke bald einfacher mit dem Zug zu bewältigen sein.
Denn durch Lettland verläuft eines der größten europäischen Eisenbahnprojekte, die Verbindung mit dem Namen Rail Baltica, die sich derzeit im Bau befindet. „Wir brauchen ein gut funktionierendes, grenzüberschreitendes Eisenbahnsystem, denn es ist gut für die Konnektivität, für die Wettbewerbsfähigkeit des Handels, für die Anbindung von Menschen und Gütern, aber auch für die Sicherheit“, sagte Briškens dem Handelsblatt.
Mit dem Wunsch nach einem europäischen Schienennetz ist der lettische Politiker nicht allein. 14 Unternehmen, Branchenverbände und Umweltorganisationen haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen. In einem Papier mit der Überschrift „Aufbruch Schiene“ fordert das Bündnis zu Beginn der intensiven Phase des Europawahlkampfs, die Europäische Union (EU) solle die Schiene sofort nach der Wahl Anfang Juni in den Mittelpunkt ihrer Gesetzgebung und Investitionsentscheidungen stellen.