Steuerhinterziehung: Bund schätzt Cum-Cum-Schaden auf 7,5 Milliarden Euro
Berlin. Die Aufarbeitung des Steuerbetrugsskandals „Cum-Cum“ kommt nur schleppend voran. Erst 81 Fälle wurden rechtskräftig abgeschlossen, 253 Verdachtsfälle werden noch bearbeitet. Steuern in Höhe von lediglich 226,7 Millionen Euro wurden bislang zurückgefordert.
Dabei schätzt die Bundesregierung den möglichen Schaden für den Fiskus auf 7,5 Milliarden Euro. Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.
Bei Cum-Cum-Aktiengeschäften wurden – stark vereinfacht – Steuern erstattet, obwohl Anleger darauf keinen Anspruch hatten. Die Vorgänge erinnern an den noch größeren Cum-Ex-Skandal. Wie groß der Schaden durch Cum-Cum genau ist, lässt sich laut Bundesregierung „nicht seriös abschätzen“.
Bei den 7,5 Milliarden Euro handelt es sich um konkrete Fälle, die bereits von den Behörden untersucht werden. Demnach wurden bei den 81 abgeschlossenen Fällen Steuern in Höhe von 226,7 Millionen Euro zurückgefordert. Bei den offenen 253 Verdachtsfällen beziffert das Finanzministerium das mögliche Volumen auf 7,3 Milliarden Euro. Steuerprofessor Christoph Spengel von der Universität Mannheim beziffert den Schaden sogar auf 28,5 Milliarden Euro.