Streik: FDP will das Streikrecht für Mini-Gewerkschaften einschränken
Berlin. Reisende in Deutschland brauchen starke Nerven: Am Donnerstag und Freitag streiken sowohl die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) als auch das Bodenpersonal der Lufthansa. Für die Bahn und ihre Fahrgäste ist das Vorgehen der GDL eigentlich fast schon ein gewohntes Ritual. Doch dieser Lokführerstreik könnte möglicherweise der letzte sein, der nach dem gewohnten Muster mit zweitägiger Vorwarnung und einem Notfahrplan abläuft.
Gewerkschaftschef Claus Weselsky will künftig auf sogenannte Wellenstreiks setzen. Die Ausstände sollen dabei deutlich kurzfristiger angekündigt werden. Weselsky selbst sagte, dass die Bahn dann kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr sei. Der Frust über das Verhalten des GDL-Chefs ist inzwischen so groß, dass in Berlin eine heikle Debatte beginnt: Muss das Streikrecht beschnitten werden?
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) wirft Weselsky vor, sich „destruktiv“ zu verhalten, der Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Dieter Janecek (Grüne) sieht im Vorgehen der GDL eine „neue Form des entgrenzten Streiks“. Das sei „nicht nur eine Zumutung für Millionen Bahnfahrer, sondern geht mittlerweile an die Substanz unserer Volkswirtschaft“, sagte Janecek dem Handelsblatt.