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Tag der Pflegenden Verdienste in Pflegeberufen: Lohn ist in zehn Jahren um knapp ein Drittel gestiegen

Innerhalb der Pflegeberufe gibt es trotz Verdienststeigerungen weiterhin große Lohnunterschiede. Spahn und Heil wollen das ändern – und liefern sich dabei einen Wettstreit.
11.05.2021 - 14:49 Uhr Kommentieren
In der Corona-Pandemie seien viele Pflegende „am Limit ihrer Kräfte angelangt“, sagt der Pflegebeauftragte der Bundesregierung. Quelle: dpa
Mobiler Pflegedienst

In der Corona-Pandemie seien viele Pflegende „am Limit ihrer Kräfte angelangt“, sagt der Pflegebeauftragte der Bundesregierung.

(Foto: dpa)

Berlin Vor wenigen Tagen lieferten sich Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einen Wettstreit, wer sich mehr für Altenpflegekräfte einsetzt. Heil warf seinem Kabinettskollegen Untätigkeit vor und legte selbst einen Entwurf für ein Tariftreuegesetz vor.

Mit Verweis auf den Koalitionsvertrag, in dem Union und SPD eine bessere Bezahlung in Pflege- und Sozialberufen versprochen hatten, sagte er: „Wir müssen Wort halten.“ Kurz darauf präzisierte auch Spahn seine Vorstellungen für eine Reform der Pflegeversicherung – und höhere Löhne.

Zum „Internationalen Tag der Pflegenden“ an diesem Mittwoch hat nun das Statistische Bundesamt Zahlen über die Lohnentwicklung in Pflegeberufen vorgelegt. Dabei zeigt sich: Die Verdienste sind in der zurückliegenden Dekade deutlich stärker gestiegen als in der Gesamtwirtschaft.

In Krankenhäusern und Altenheimen verdienten vollzeitbeschäftigte Fachkräfte im vergangenen Jahr brutto knapp ein Drittel mehr als im Jahr 2010. Bei Fachkräften in Pflegeheimen lag das Plus sogar bei 38,6 Prozent – und damit deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft mit gut 21 Prozent.

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    Examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger kamen im Jahr 2020 – ohne Sonderzahlungen – auf durchschnittlich 3578 Euro brutto im Monat. Die Bezahlung der Altenpflegerinnen und -pfleger lag mit im Schnitt 3291 Euro deutlich darunter. Die Unterschiede sind laut Statistischem Bundesamt auch darauf zurückzuführen, dass in der Krankenpflege häufiger Tariflöhne gezahlt würden.

    Unterschiedliche Meinungen zu Tarifverträgen

    Ein von Arbeitsminister Heil unterstützter Versuch, einen flächendeckenden Tarifvertrag in der Altenpflege durchzusetzen, war jüngst an der fehlenden Unterstützung der Arbeitgeberseite der Caritas gescheitert.

    Heil wie Spahn wollen deshalb jetzt durchsetzen, dass nur noch Anbieter Leistungen mit der Pflegeversicherung abrechnen dürfen, die nach Tarif bezahlen. Bei der Frage, welche Tarifverträge dabei maßgeblich sein sollen, gibt es allerdings Differenzen zwischen den Ministern.

    Fachkräfte in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen verdienten allerdings im vergangenen Jahr erstmals mehr als Beschäftigte mit vergleichbarer Qualifikation in der Gesamtwirtschaft (3286 Euro brutto). „Die Löhne steigen in der Altenpflege auch ohne Politspektakel in Wahlkampfzeiten“, kommentierte der Präsident des Pflege-Arbeitgeberverbands bpa, Rainer Brüderle, die Zahlen. Ein deutliches Verdienstgefälle besteht allerdings zu ungelernten Pflegehelferinnen und -helfern, die je nach Einsatzgebiet zwischen gut 2300 und knapp 2500 Euro verdienten.

    Heil und Spahn hatten ihren Einsatz für höhere Löhne auch damit begründet, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) arbeiteten im Oktober vergangenen Jahres knapp 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Gesundheits- und Altenpflege – gut 43.000 mehr als ein Jahr zuvor. Das Gesundheitswesen gehört damit zu den wenigen Branchen, in denen die Beschäftigung nicht durch die Pandemie gesunken ist.

    Die beiden Minister streiten sich um das beste Konzept für höhere Pflegelöhne. Quelle: dpa
    Bundesminister Hubertus Heil (l.), Jens Spahn

    Die beiden Minister streiten sich um das beste Konzept für höhere Pflegelöhne.

    (Foto: dpa)

    Allein in der Altenpflege arbeiteten im Juni 2019 rund 18.000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings gibt es weiter erhebliche Probleme, offene Stellen zu besetzen. Laut BA sind in der Altenpflege für 12.800 Fachkraftstellen nur rund 3600 Arbeitslose mit entsprechender Qualifikation registriert. In der Gesundheitspflege kommen auf aktuell 12.700 gemeldete Fachkraftstellen lediglich 5800 Arbeitslose.

    Pflegebeauftragter mahnt Veränderungen im Pflegesystem an

    Dagegen gibt es bei Pflegehelfern einen Bewerberüberhang. Auch deshalb hat die BA seit dem Jahr 2015 rund 40.000 berufliche Weiterbildungen mit Abschluss in der Altenpflege und 6000 in der Gesundheitspflege gefördert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes begannen im Jahr 2019 rund 71.300 Menschen eine Ausbildung in einem Pflegeberuf, 39 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

    In der Corona-Pandemie seien viele Pflegende „am Limit ihrer Kräfte angelangt“, sagte der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus. Um Menschen weiterhin für die Pflege zu motivieren, werde es allerdings nicht ausreichen, zum Status quo wie vor der Pandemie zurückzukehren.

    Westerfellhaus sagte: „Es muss uns gelingen, schnellstmöglich Veränderungen im Pflegesystem herbeizuführen.“ Nötig seien bessere Rahmenbedingungen für professionell Pflegende und eine stärkere Entlastung der pflegenden Angehörigen. Er werde Anfang nächster Woche konkrete Vorschläge dazu vorlegen.

    Mehr: Frauen in Care-Berufen werden vom gesellschaftlichen Wohlstand abgekoppelt.

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