Tarifverhandlungen: Beamtenbund hält Acht-Prozent-Forderung für „völlig berechtigt“
Berlin. Rund drei Wochen vor Beginn der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen verteidigt der Deutsche Beamtenbund (dbb) die hohen Tarifforderungen der Gewerkschaften von acht Prozent.
Der stellvertretende ddb-Bundesvorsitzende Volker Geyer sagte der „Rheinischen Post“: „Die Forderung ist völlig berechtigt. Uns fehlen im öffentlichen Dienst die Beschäftigten. Heute sind schon 570.000 Stellen unbesetzt, in den kommenden zehn Jahren scheiden noch einmal 1,4 Millionen aus. Deshalb müssen wir jetzt die Chance nutzen, den Arbeitgeber Staat attraktiver zu machen.“
Am 24. Januar starten die Tarifverhandlungen für rund 2,5 Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund verlangen acht Prozent mehr Einkommen für die Beschäftigten - mindestens aber 350 Euro pro Monat.
Finanzielle Probleme der Kommunen
Hinzu kommt die Forderung nach zusätzlichen drei freien Tagen. Geyer warnte die Arbeitgeber davor, die Mobilisierungsfähigkeit der Beschäftigten zu unterschätzen. „Streiks würden die Bürger recht schnell spüren“, sagte er.
Der dbb-Vize räumte ein, dass einige Städte und Gemeinden finanzielle Probleme haben. Er betonte aber auch: „Die Beschäftigten werden die Finanzprobleme der Kommunen in einer Tarifrunde nicht lösen können.“ Die Kommunalfinanzen müssten „dringend neu ausgehandelt“ werden.
Bund und Länder hätten den Kommunen viel zu viele Aufgaben aufgebürdet, ohne ihnen die dafür notwendigen Finanzen zur Verfügung zu stellen. Städte und Gemeinden müssten bei Bund und Ländern durchsetzen, „dass endlich auch für die bestellte Musik bezahlt wird. In dieser Auseinandersetzung stehen wir an ihrer Seite.“