Thyssen-Krupp: Grünen-Vorsitzender attackiert Thyssen-Krupp-Chefs
Berlin. Vor „Tor 1“, direkt gegenüber der Hauptverwaltung von Thyssen-Krupp Steel, formiert sich seit fast einem Jahr regelmäßig eine Mahnwache. Die Gewerkschaft IG Metall begehrt dort, im Norden der Großstadt Duisburg, gegen die Pläne des Mutterkonzerns für die Stahlsparte auf. Die Sorge vor einem Verlust von Arbeitsplätzen ist groß.
Vor einigen Wochen war hier Felix Banaszak zu Besuch. In orangefarbener Weste mit IG-Metall-Aufdruck stand er in einem Zelt. „Hier ist jetzt die Demokratie in Gefahr“, warnte ein Gewerkschafter. Jetzt sei die letzte Chance, „das Ding noch zu drehen“, sagte ein anderer. „Sonst kann man den Rechten das Land direkt übergeben.“
Große Sorgen würden ihm solche Aussagen bereiten, sagt Banaszak, als er später in Berlin sitzt und das Handelsblatt zum Gespräch empfängt. In seinem Büro in der Parteizentrale der Grünen scheinen die Verwerfungen im Ruhrgebiet weit weg. Für Banaszak selbst sind sie es nicht. In Duisburg ist er geboren und aufgewachsen, er ist der erste Akademiker in seiner Familie.
Mit den Grünen ist der Parteichef nach der Bundestagswahl in der Opposition gelandet. Doch einmischen will er sich trotzdem, gerade bei Thyssen-Krupp. Und das tut er jetzt in aller Deutlichkeit.