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TransformationKlimaschutz erfordert Investitionen von bis zu 255 Milliarden Euro pro Jahr

Der Expertenrat für Klimafragen attestiert der Bundesregierung Fortschritte im Klimaschutz, der Investitionsbedarf bleibt aber hoch. Drei Sektoren bereiten Probleme.Klaus Stratmann 05.02.2025 - 10:00 Uhr Artikel anhören
Montage von Solarmodulen: Der Gebäudesektor hat nach Ansicht des Expertenrats noch Nachholbedarf in Sachen Klimaschutz. Foto: IMAGO/Jochen Tack

Berlin. Deutschland kommt im Klimaschutz voran. Nach Angaben des Expertenrats für Klimafragen hat sich der Rückgang von Treibhausgasemissionen in der Zeit von 2014 bis 2023 im Vergleich zur Dekade von 2010 bis 2019 beschleunigt. Dennoch reichten die Fortschritte nicht aus, so der Tenor des Gutachtens, das der Expertenrat am Mittwoch veröffentlichte.

Der Expertenrat geht davon aus, dass der Investitionsbedarf für Klimaschutzmaßnahmen auch in den kommenden Jahren hoch bleibt. Darum muss nach Ansicht des Gremiums die Frage der Finanzierbarkeit bei der Planung und Priorisierung von Klimaschutzmaßnahmen eine wichtigere Rolle spielen.

Die erforderlichen „Transformationsinvestitionen“ für die Umstellung auf klimafreundliches Wirtschaften beziffert der Expertenrat in den kommenden Jahren auf 135 bis 255 Milliarden Euro pro Jahr.

„Diese Bandbreite entspricht 3,2 bis sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts oder 14 bis 28 Prozent der gesamten Bruttoanlageinvestitionen“, heißt es im Gutachten. Es handele sich um „eine volkswirtschaftlich relevante Größenordnung“.

Der Expertenrat für Klimafragen ist ein per Gesetz geschaffenes unabhängiges Gremium aus fünf Fachleuten verschiedener Disziplinen. Die Ratsmitglieder wurden im September 2020 durch die Bundesregierung benannt. Der Expertenrat bewertet die Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und ihrer sozialen Verteilungswirkung.

Mit Blick auf die einzelnen Sektoren bereitet dem Expertenrat der Sektor Industrie Sorge. In der Industrie seien insbesondere konjunkturelle und strukturelle Nachfragerückgänge für die Emissionsminderung verantwortlich.

Mit anderen Worten: Die Emissionsminderungen erfolgten nicht in erster Linie aufgrund einer Erneuerung des Kapitalstocks, also beispielsweise durch die Umstellung auf klimafreundliche Produktionsverfahren.

Fortschritte im Energiesektor

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Vielmehr hat die deutsche Industrie mit dem starken Anstieg der Gas- und Strompreise in der Energieversorgungskrise 2022 deutlich an Konkurrenzfähigkeit verloren. Unternehmen reagierten mit Produktionskürzungen oder gar Schließungen. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass ein Teil der Produktionskapazitäten unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Die Emissionsminderung in den Sektoren Gebäude und Verkehr bezeichnet der Expertenrat als unzureichend. Tatsächlich kommt etwa der Umstieg von Autos mit Verbrennungsmotoren auf solche mit E-Antrieb nicht in der erforderlichen Geschwindigkeit voran. Ähnlich verhält es sich beim Umstieg von gas- oder ölbetriebenen Heizungsanlagen auf elektrische Wärmepumpen. Fortschritte sieht der Expertenrat dagegen im Energiesektor.

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