Wahlkampf: Finanzminister oder Karriereende – Für Habeck geht es um alles
Aachen, Berlin, Köln, Nürnberg, Reußenköge. Nach dem „Quadrell“ am Sonntagabend steht Robert Habeck im Foyer der RTL-Studios in Berlin-Adlershof. Der Kanzlerkandidat der Grünen hat gerade zwei Stunden Schlagabtausch im Fernsehen hinter sich. Das Gesicht ist noch geschminkt. Habeck nimmt einen Schluck von seinem alkoholfreien Tannenzäpfle.
„Ganz zufrieden“ sei er, sagt er. Nicht mit dem Bier, sondern mit seiner Performance. Das ist aber auch schon alles an Siegestaumel. Es ist ein ehrlicher Moment. Habeck performte im Schlagabtausch tatsächlich eher unauffällig. Er fiel aber auch nicht negativ auf, was vielen anderen Politikern gereicht hätte, um sich selbst zum Sieger zu erklären. Dass er das nicht tut, würde sein Anhang bürgernah-bescheiden nennen. Aber es ist wohl mehr ein Sinnbild für diesen Wahlkampf.
Habeck hat in den vergangenen Wochen alles versucht: an Themen, in der Ansprache, bei den Milieus. Manches hat funktioniert, einiges nicht.
Fünf Tage vor der Wahl stagnieren die Grünen in den Umfragen. Und für Habeck geht es um nicht weniger als seine politische Existenz.