Wettbewerb: „Dieses Lamentieren hilft uns null“
Berlin. Kartellamtschef Andreas Mundt warnt vor Einschränkungen des Wettbewerbs in der deutschen Wirtschaft. „Nur Unternehmen, die am Markt bestehen, führen zu einer prosperierenden Volkswirtschaft“, sagte der Präsident des Bundeskartellamts im Interview mit dem Handelsblatt. Er fürchte allerdings, dass viele dies nicht verstanden hätten oder es nicht verstehen wollten.
Zuletzt hatten etwa EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Siemens-Chef Roland Busch Einschnitte bei der Fusionskontrolle ins Spiel gebracht. Der Zweck: europäische Champions zu schaffen, die mit chinesischen oder US-Unternehmen mithalten können. Mundt hält das für einen Fehler: „Dieses Lamentieren darüber, wie erfolgreich andere sind, hilft uns doch null weiter.“ Es müsse unbedingt verhindert werden, dass die Fusionskontrolle politisiert werde.
Der Kartellamtspräsident fordert zudem mehr Eingriffsmöglichkeiten im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). „Es gibt Wettbewerbsprobleme“, sagte der Behördenchef. Die großen US-Tech-Konzerne seien auf fast allen Ebenen der Künstlichen Intelligenz stark: „Google hat mit seinem Suchindex und Youtube eine enorme Datenbasis, Meta mit 3,8 Milliarden aktiven Nutzern ebenfalls.“