Gaslieferungen: Das sind die vier Szenarien zur Zukunft von Nord Stream 1
Noch ist unklar, ob Russland wieder Erdgas nach Deutschland liefert.
Foto: ReutersBerlin. Liefert Russland in den nächsten Tagen wieder Gas oder nicht? Nach dem 21. Juli endet die jährliche, zehntätige Wartung der Ostseepipeline Nord Stream 1 und das Gas könnte wieder strömen – eigentlich. Denn die Furcht wächst, dass Russland die Zukunft der Gaspipeline als Waffe im Sanktionskrieg mit den westlichen Staaten nutzt. Schließlich hatte der russische Staatskonzern Gazprom schon vor der Wartung die Lieferungen über Nord Stream 1 um 60 Prozent reduziert.
Die Bundesregierung will mindestens bis zum kommenden Montag abwarten, wie Russland sich verhält, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen.
Äußerungen von Gazprom-Verantwortlichen geben kaum Aufschluss, ob die Überprüfung zeitnah abgeschlossen wird oder Russland sie als Vorwand auf unbestimmte Zeit weiterlaufen lässt und so de facto einen Lieferstopp verhängt.
Nord Stream 1: Putin könnte Pipeline von Gazprom als „Waffe“ einsetzen
Von Lieferungen „unter Bedingungen“ ist beim russischen Staatskonzern die Rede. Am Montag teilte Gazprom zudem mit, höhere Gewalt für verminderte Lieferungen an den größten deutschen Gas-Importeur Uniper geltend zu machen. Das Unternehmen könnte sich damit vor Klagen schützen wollen. Allerdings wiesen die betroffenen europäischen Konzerne diese Auslegung bereits zurück.