Grundsteuer: Wie der Irrsinn um die Grundsteuerreform Bürger Nerven und viel Geld kostet
Auf Hauseigentümer kommt viel zu: Neben einer komplizierten Datenerhebung steigen die Kosten im Zuge der Grundsteuerreform deutlich.
Foto: Getty Images- 462 Millionen Euro Personalkosten, 2,1 Millionen Arbeitsstunden: Schon jetzt drohen Finanzämter wegen der Grundsteuerreform zu kollabieren. Wie Eigentümer für das bürokratische Monster aufkommen müssen.
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Zunächst freute sich Heinz Gerhard (Name geändert) noch. Die elektronische Grundsteuererklärung gelang ihm besser, als er es nach den Schilderungen anderer Steuerzahler vermutet hätte. Doch dann folgte das Drama: Gerhard hatte alle Daten für seine Altbauwohnung in einem Mehrfamilienhaus in zentraler Lage in Heidelberg eingetragen und wollte noch schnell die Höhe seiner künftigen Grundsteuer ausrechnen. Ergebnis: Statt 111,86 Euro im Jahr würden es in Zukunft 1175,19 Euro sein.
Auch wenn das noch nicht das letzte Wort, sondern nur eine Annäherung ist: „Eine Verzehnfachung? Das fände ich unverschämt“, sagt Gerhard. Der Grund für den Ärger: Seit Anfang Juli müssen alle Grundstückseigentümer in Deutschland Daten über ihren Besitz an die Finanzämter übermitteln.
Grundsteuer: 36 Millionen Bürger sind von der Grundsteuerreform betroffen
Wie viel Grundfläche? Wie viel Wohnfläche? Gehört zur Wohnfläche ein Dachgeschoss? Hat die Treppe drei oder mehr Stufen? Oder stehen auf dem Grundstück gar Streuobstbäume? All das möchte die Finanzverwaltung bis Oktober von den Deutschen, aufgeschlüsselt auf 36 Millionen Fälle, wissen.