20 Jahre Gemeinschaftswährung: Der Euro hat viel Kritik überstanden – und ist dennoch eine Schuldenbürde
Der Euro hat viele Krisen überstanden. Doch die hohe Verschuldung vieler Mitgliedstaaten bleibt ein existenzielles Problem.
Foto: dpaBrüssel, Berlin. Die Skepsis überwog, als der Euro zum Jahreswechsel 2002 als Bargeld eingeführt wurde. Deutschland haderte mit dem „Teuro“, weil die Preise im Vergleich zu D-Mark-Zeiten zumindest gefühlt höher lagen. US-Ökonomen sagten das frühe Scheitern der Gemeinschaftswährung voraus. Auch Investoren blickten mit Argwohn auf jenes Euro-Gebilde.
20 Jahre später müssen auch die Kritiker eingestehen: Die Gemeinschaftswährung ist nicht untergegangen. Sie hat die Finanzkrise überstanden, die Eurokrise – und sie wird aller Voraussicht nach auch die wirtschaftlichen Einbrüche infolge die Pandemie überleben.
Doch die Rettungspolitik und auch die Reformträgheit vieler Mitgliedsstaaten während der zahlreichen Krisen hat die Staatsverschuldung seit Ausbruch der Finanzkrise in bedenkliche Höhen getrieben: Die Verschuldung der Euro-Mitgliedsländer liegt bei insgesamt bei 13 Billionen Euro.
Vor 20 Jahren waren es noch fünf Billionen Euro. Allein seit Ausbruch der Finanzkrise sind die Schulden von 66 Prozent der Wirtschaftsleistung auf aktuell Hundert Prozent gestiegen.
Besonders bedenklich: Fast 45 Prozent der Verschuldung entfällt mit 2,8 beziehungsweise 2,7 Billionen Euro auf Frankreich und Italien. Hohe Schulden, große Herausforderungen.