Ausrüstung, Truppenführung, Kampfmoral: Warum die ukrainische Armee derzeit so stark ist – und die russische so schwach
Anders als bei den Ukrainern ist die Kampfmoral bei den russischen Truppen niedrig.
Foto: dpaBerlin. Die jüngsten militärischen Erfolge der Ukraine im Krieg gegen den Aggressor Russland haben weltweit Aufsehen erregt. Und sie nähren die Hoffnung, dass das brutal angegriffene Land sein Territorium gegen den zunächst übermächtig erscheinenden Feind vielleicht doch zu verteidigen vermag. Vor allem aber wirft der Kriegsverlauf die Frage auf, worin die Ursachen für diese Entwicklung liegen, und wie nachhaltig das Kräfteverhältnis beider Armeen sich verschiebt.
Der entscheidende Faktor für den Erfolg der Ukrainer ist aus Sicht des Militärexperten Nico Lange die Führungskultur in der Armee. „Vor allem auf der mittleren Ebene haben sie sehr gute militärische Führer, die nicht nur kampferprobt sind, sondern auch selbstständig Entscheidungen treffen.“
Die mittlere Ebene sind Truppführer, Zugführer, Bataillonskommandeure, die einige Dutzend bis einige hundert Soldaten befehlen, also direkt im Kampf involviert sind. „Bei den Russen gibt es starre, hierarchische Strukturen, alle kleinen Entscheidungen müssen von oben genehmigt werden.“ So, wie Russlands Armee heute noch sei, sei die der Ukraine vor 10 oder 15 Jahren gewesen.