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So soll das Gelände des ehemaligen Flughafens künftig aussehen.

(Foto: )

Bauprojekt Geisterflughafen Ellinikon: Griechenland verwirklicht das größte urbane Entwicklungsprojekt Europas

Die Umgestaltung des Geisterflughafens Ellinikon hat nun offiziell begonnen. Für Griechenland ist das Vorhaben von großer symbolischer und ökonomischer Bedeutung.
03.07.2020 - 15:22 Uhr Kommentieren

Athen Fast zwei Jahrzehnte lang wurde geplant und gestritten. Jetzt wird gebaut: Am Freitagmorgen gab der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis in Athen das Startsignal für die lange erwartete Umgestaltung des früheren Flughafengeländes Ellinikon.

Auf einer Fläche von 6,2 Quadratkilometern sollen hier in den nächsten Jahren Hotels, Wohnungen, Einkaufszentren, Büros, Freizeitanlagen, ein Spielkasino und der größte Park der griechischen Hauptstadt entstehen. Mit einem Investitionsvolumen von acht Milliarden Euro ist Ellinikon das größte urbane Entwicklungsprojekt Europas.

„Heute ist ein historischer Tag“, sagte Mitsotakis, als er am Freitagmorgen die Baustelle besichtigte. Im Hintergrund warteten drei große Bagger mit laufenden Motoren vor einem abbruchreifen Gebäude des 2001 stillgelegten Flughafens. „Dieses Projekt symbolisiert das neue Griechenland, wie wir es uns vorstellen“, so Mitsotakis.

Für das Land ist das Vorhaben tatsächlich von großer symbolischer und ökonomischer Bedeutung. Es soll signalisieren: Griechenland lässt die zehnjährige Finanzkrise und die Rezession hinter sich. Ellinikon symbolisiert den Beginn einer neuen Ära. Während des Baus sollen hier 10.000 Menschen Beschäftigung finden. Nach der Fertigstellung werden 80.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

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    Wirtschaftsminister Adonis Georgiadis spricht von „einer Stadt in der Stadt“. Bis sie steht, werde wahrscheinlich ein Jahrzehnt vergehen, sagte Mitsotakis: „Für dieses Vorhaben brauchen wir einen langen Atem.“ Der Premier zitierte den chinesischen Philosophen Konfuzius: „Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.“ Dann traten die Abbruchbagger in Aktion.

    Geisterflughafen war Symbolbild des Stillstands

    Die Arbeiten beginnen mit dem Abriss von 970 Gebäuden auf dem ehemaligen Flughafengelände. 2001 ging der neue Athener Flughafen Eleftherios Venizelos in Betrieb. Ellinikon, seit 1938 Hauptstadtflughafen, wurde geschlossen. 19 Jahre lang war der Geisterflughafen ein Symbol des politischen Stillstands und wirtschaftlichen Niedergangs Griechenlands.

    Der griechische Premier hat den Startschuss für den Umbau des ehemaligen Flughafens Ellinikon gegeben. Quelle: Dimitris Papamitsos
    Kyriakos Mitsotakis

    Der griechische Premier hat den Startschuss für den Umbau des ehemaligen Flughafens Ellinikon gegeben.

    Während der Olympischen Spiele 2004 erwachten Teile des Geländes kurz zu neuem Leben: Kanuten kämpften in einem künstlich angelegten Wildwasser um Medaillen, in einem ehemaligen Flugzeughangar wurde Basketball gespielt. Dann kehrte wieder Ruhe ein.

    Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 diente das leer stehende Terminal als Notunterkunft für Tausende Schutzsuchende aus Syrien und Afghanistan. Wie die Olympioniken sind auch sie längst weitergezogen. Aber fast zwei Jahrzehnte nachdem das letzte Flugzeug gestartet ist, hängen immer noch die verrosteten Hinweisschilder über der Einfahrt: „Domestic Departures“, „International Arrivals“.

    Erste Pläne zur Nutzung des Geländes gehen zurück ins Jahr 1995, als der Neubau des Flughafens Eleftherios Venizelos nordöstlich der Hauptstadt beschlossen wurde. Es gab Überlegungen, das Gelände komplett in einen Park zu verwandeln.

    Aber mit dem Beginn der Finanzkrise 2008, die in Griechenland nahtlos in die Schuldenkrise überging, wuchs der Druck der internationalen Gläubiger, das Areal kommerziell zu nutzen. Die Privatisierung des ehemaligen Flughafengeländes gehörte zu den Auflagen, die Griechenland im Gegenzug zu den Hilfskrediten umsetzen musste.

    Projekt wurde immer wieder verschleppt

    Im Frühjahr 2014 bekam ein Investoren-Konsortium unter Führung des griechischen Immobilienentwicklers Lamda Development den Zuschlag. Aber das von 2015 bis 2019 regierende Linksbündnis Syriza verschleppte das Projekt immer wieder. Der seit einem Jahr regierende konservative Premier Mitsotakis hat Ellinikon zu einer seiner Prioritäten erklärt.

    915 Millionen Euro lässt sich Lamda die auf 99 Jahre befristete Pacht des Geländes kosten. Mehr als sieben Milliarden Euro sollen verbaut werden. Ellinikon bietet eine Lage, wie sie keine andere europäische Metropole vorweisen kann: 620 Hektar Land, eine Fläche von der dreifachen Größe des Fürstentums Monaco, direkt an der Küste des Saronischen Golfs.

    Lamda-Chef Odysseas Athanasiou erwartet, dass Ellinikon etwa eine Million zusätzliche Touristen pro Jahr anziehen und 1,5 Prozent zum griechischen Bruttoinlandsprodukt beitragen wird. Gar nicht zu quantifizieren ist die Anziehungskraft des Projekts auf internationale Investoren, meint Athanasiou: „Ellinikon wird einen größeren positiven Effekt für die griechische Wirtschaft haben als jede andere Investition bisher.“

    Mehr: Nach dem Tourismus-Fehlstart will Griechenland seine Reise-Restriktionen wieder lockern.

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