Chefin der russischen Zentralbank: Elwira Nabiullina – Diese Frau soll Russland vor dem ökonomischen Kollaps bewahren
Die Zentralbankchefin bot Putin zu Beginn des Krieges ihren Rücktritt an, doch der lehnte ab.
Foto: imago images/ITAR-TASSTiflis. Als Wladimir Putin seine Truppen in die Ukraine einmarschieren ließ, tat Elwira Nabiullina etwas, das sich sonst niemand traute. Als einzige Person an der Spitze des russischen Machtgefüges habe sie ihm unverhohlen ihre Skepsis gezeigt, berichten kremlnahe Personen.
Der Krieg war da gerade vier Tage alt, der Rubel um 30 Prozent abgestürzt, der Westen hatte damit begonnen, Russland mit Sanktionen zu überziehen und nahm dabei auch die Zentralbank des Landes ins Visier. Da soll sie den russischen Präsidenten gebeten haben, ihrem Rücktritt als Gouverneurin der russischen Notenbank zuzustimmen. Ihre Begründung: „Ich habe ja Ökonomie und nicht Fäkalienreinigung studiert.“
Doch es kam anders. Putin lehnte ihren Rücktritt ab und forderte die 58-Jährige auf, die Zentralbank weiterzuführen. Ein Nein wäre ihr als Verrat ausgelegt worden. Nabiullina, so schätzen es Insider der russischen Finanzszene ein, hatte keine Wahl.
Chefin der russischen Zentralbank Rossii: Wer ist Elwira Nabiullina?
Und Putin erst recht nicht. Er weiß, dass niemand das russische Finanzsystem besser durch den Krieg führen kann als Nabiullina. An diesem Freitag legte sie nach einer Serie geldpolitischer Lockerungen eine Zinspause ein und beließ den Schlüsselzins bei 7,5 Prozent.