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Chelsea ManningWikileaks-Quelle klagt auf Hormonbehandlung

Bekannt wurde sie als Bradley Manning und Wikileaks-Informantin – jetzt fühlt sich die inhaftierte Manning als Frau und verklagt das US-Verteidigungsministerium auf eine Hormonbehandlung. 25.09.2014 - 10:02 Uhr Artikel anhören

Bradley Manning spielte der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks vertrauliche Daten zu.

Foto: ap

Washington. Ein Jahr nach ihrer Verurteilung zu 35 Jahren Gefängnis hat die Wikileaks-Informantin Chelsea Manning das US-Verteidigungsministerium verklagt, weil es ihr eine Hormonbehandlung vorenthält.

Die als Mann mit dem Namen Bradley Manning bekannt gewordene Soldatin beklagt in einer am Dienstag bei einem Bundesgericht in Washington eingereichten Klage, ihr werde die für eine vollständige Geschlechtsumwandlung notwendige medizinische Behandlung verweigert.

Manning fühlt sich als Frau und verlangt nun eine Hormonbehandlung.

Foto: ap

Bereits einen Tag nach ihrer Verurteilung wegen Spionage im August vergangenen Jahres hatte Manning den Beginn einer Hormonbehandlung gefordert, da sie sich als Frau fühlt. Unterstützt wird sie von der US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU).

Ihre Klage richtet sich gegen US-Verteidigungsminister Chuck Hagel, das Pentagon und die Kommandanten der Armee-Gefängnisse sowie des Militärgefängnisses Fort Leavenworth. Sie sieht einen Zusatz zur US-Verfassung verletzt, der grausame und unmenschliche Bestrafungen verbietet.

Manning hatte während der Stationierung im Irak vor vier Jahren hunderttausende Armeedokumente sowie Depeschen der US-Diplomatie von Militärrechnern heruntergeladen und der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt. Nach eigenen Angaben wollte Manning eine öffentliche Debatte über die Kriege in Afghanistan und im Irak anstoßen.

Bekannte „Whistleblower“ in US-Sicherheitsbehörden
Der Soldat Manning stach Hunderttausende militärische Geheimdokumente und Diplomatendepeschen an die Enthüllungsplattform Wikileaks durch. Seit der vergangenen Woche muss sich der Obergefreite daher vor einem Militärgericht in Fort Meade in Maryland verantworten. Der Fall gilt als der größte Geheimnisverrat der amerikanischen Geschichte.
Als ranghoher Mitarbeiter des Tabakkonzerns Brown & Williamson enthüllte Wigand einen Skandal um fragwürdige Praktiken bei der Zigarettenproduktion. Die Informationen gab Wigand in den 1990er Jahren an die US-Nachrichtensendung „60 Minutes“ und an die Lebensmittel- und Drogenüberwachungsbehörde FDA weiter.
Im Jahr 1992 brachte der FBI-Agent schlampige Arbeitsabläufe und Verfahrensfehler in der gerichtsmedizinischen Abteilung der US-Ermittlungsbehörde ans Licht.
Der israelische Nukleartechniker enthüllte 1986 das Atomwaffenprogramm seines Landes. Wegen Hochverrats wurde er zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt.
Unter dem Pseudonym „Deep Throat“ gab der stellvertretende FBI-Direktor Felt in den 1970er Jahren heikle Informationen über den Watergate-Skandal an die „Washington Post“ weiter. Er gab sich 2005 als Informant zu erkennen.
1971 spielte der Militäranalyst die streng geheimen „Pentagon-Papiere“ über die US-Beteiligung im Vietnamkrieg der „New York Times“ und anderen Zeitungen zu.

Im Mai 2010 wurde der damalige Obergefreite auf einem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen, im August vergangenen Jahres wurde Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt. Im April hatte ein US-Gericht ihre Namensänderung genehmigt.

afp
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