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  4. Antrag auf Notfallzulassung für russischen Corona-Impfstoff Sputnik V in der EU eingereicht

Corona-PandemieRussland will für „Sputnik“-Impfstoff die EU-Zulassung

Bereits am Dienstag sollen wissenschaftliche Begutachtungen in Deutschland starten. Merkel und Putin hatten zuvor telefonisch über eine mögliche Kooperation bei Impfstoffen gesprochen.Mathias Brüggmann 18.01.2021 - 17:39 Uhr Artikel anhören

Inzwischen sollen laut Regierungsangaben 1,5 Millionen Russen ohne große Nebenwirkungen damit geimpft worden sein.

Foto: Reuters

Berlin. Mit „Sputnik V“ hatte Russland bereits im August den weltweit ersten Impfstoff gegen Covid-19 zugelassen. Nun soll in Kürze auch eine Zulassung durch die EU erreicht werden. Die wissenschaftliche Begutachtung dazu beginne am Dienstag in Deutschland, sagte Kirill Dmitrijew der Moskauer Wirtschaftszeitung „Kommersant“. Er ist CEO des Staatsfonds Russian Direct Investment Funds (RDIF), der die Entwicklung und Produktion des Vakzins finanziert.

Anfangs herrschte Skepsis gegenüber dem nach dem ersten Satelliten weltweit benannten Impfstoff, da er in Russland bereits vor dem Einleiten der für Vakzine obligatorischen und entscheidenden dritten Studienphase eingeführt wurde.

Inzwischen sollen laut Regierungsangaben 1,5 Millionen Russen ohne große Nebenwirkungen damit geimpft worden sein. Und auch in anderen Ländern, vor allem in ehemaligen Sowjetrepubliken, Südamerika, Asien und Afrika, ist eine Zulassung erfolgt.

Ein Antrag auf eine Notfallzulassung für Sputnik V wurde laut RDIF am 22. Dezember bei den deutschen Behörden eingereicht. Der Prozess der Registrierung des russischen Impfstoffs bei der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) sei bereits zuvor eingeleitet worden.

Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten am 5. Januar miteinander telefoniert und dabei nach Kreml-Angaben auch über eine mögliche Kooperation bei Impfstoffen gesprochen.

Überall auf der Welt, mit Ausnahme einiger westlicher Länder, sei die Einstellung gegenüber dem russischen Impfstoff positiv, sagte Dmitrijew dem „Kommersant“. Das bestätige eine Umfrage von YouGov in den elf größten Entwicklungsländern, in denen ein Drittel der Weltbevölkerung lebt. Sie habe ergeben, dass mehr als 80 Prozent der Befragten der Plattform, auf der Sputnik V basiert, vertrauen und den russischen Impfstoff gut kennen.

Sputnik V basiert – wie auch der Impfstoff von Astra-Zeneca und der Oxford University – im Gegensatz zu den Vakzinen von Biontech und Moderna auf der sogenannten Vektorentechnologie. Sie hat sich bei Impfstoffen gegen Seuchen wie Ebola und Mers bewährt. Die Umfrage wurde in den Ländern des Nahen Ostens und Südostasiens durchgeführt.

Sputnik V hat laut russischen Angaben bereits die viertmeisten Aufträge auf dem weltweiten Markt für Impfstoffe gegen das Coronavirus generiert. Dieser wird momentan nach Schätzungen auf bis zu 100 Milliarden Dollar taxiert.

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Russland hat bisher aber auch große Produktionsengpässe und lässt Sputnik V auch in Südkorea und Indien produzieren.

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