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Dammbruch in BrasilienNeun Jahre nach Katastrophe – Bergbau-Unternehmen müssen Milliarden zahlen

Sie gilt als die größte Umweltkatastrophe Brasiliens. 19 Menschen starben, Hunderte Kilometer Fluss wurden verseucht. Jetzt müssen die verantwortlichen Bergbau-Unternehmen Milliarden zahlen. 26.10.2024 - 11:38 Uhr Artikel anhören
Dammbruch bei einem Eisenerzbergwerk: Eine Schlammlawine hatte Bento Rodrigue in Brasilien zerstört. Foto: Antonio Lacerda/EFE via epa/dpa

Bento Rodrigues. Rund neun Jahre nach dem Dammbruch von Bento Rodrigues in Brasilien müssen die verantwortlichen Bergbau-Unternehmen Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe leisten. Die Regierung unterzeichnete mit dem Minenbetreiber Samarco sowie seinen Mutterunternehmen – dem brasilianischen Konzern Vale und dem australisch-britischen Konzern BHP Billiton – die neue Vereinbarung mit der Zahlung von 132 Milliarden Reais (etwa 21 Milliarden Euro).

Die „Tragödie von Mariana“ ging nach Regierungsangaben als die größte Umweltkatastrophe des Landes in die Geschichte ein. Die Zahlung, wovon ein Teil über einen Zeitraum von 20 Jahren läuft, gilt als Entschädigung für die Schäden an Menschen, Umwelt und Infrastruktur.

Am 5. November 2015 hatte eine Schlammlawine den Ort Bento Rodrigues zerstört, 19 Menschen kamen ums Leben. Der Dammbruch im Rückhaltebecken eines Eisenerzbergwerkes im Bundesstaat Minas Gerais hatte die Katastrophe verursacht. Rund 40 Millionen Kubikmeter giftiger Abwässer waren aus dem Rückhaltebecken eines Eisenerzbergwerkes in den Fluss Doce gelangt und verseuchte Hunderte Kilometer.

Gerichtsverfahren auch in Großbritannien

„Ich hoffe, dass die Bergbau-Unternehmen eine Lehre daraus gezogen haben. Es wäre viel billiger gewesen, das, was passiert ist, zu vermeiden, unendlich viel billiger. Es hätte sicherlich keine 20 Milliarden Reais gekostet, die Katastrophe zu vermeiden“, sagte Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seinem häuslichen Unfall. Er hatte sich eine Schnittwunde am Hinterkopf zugezogen, weshalb er auch nicht zum Gipfeltreffen der Brics-Staatengruppe nach Russland gereist war.

In Großbritannien läuft ein zusätzliches Gerichtsverfahren nach einer Sammelklage von mehr als 620.000 Menschen. Sie fordern Schadenersatz von dem australisch-britischen Rohstoffkonzern BHP. Die Einigung in Brasilien stelle lediglich einen ersten Schritt in einem andauernden Kampf um Gerechtigkeit dar, sagte Kläger-Anwalt Tom Goodhead. „Unser Gerichtsverfahren wird BHP öffentlich zur Rechenschaft ziehen und einen Präzedenzfall schaffen, der es multinationalen Unternehmen generell erschwert, ihre Verantwortung gegenüber den Gemeinden, in denen sie tätig sind, zu vernachlässigen.“

dpa
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