Fluchtgeschichte: Wie der FDP-Generalsekretär auf sein Geburtsland blickt: „Die Gedanken an den Iran schmerzen“
Der FDP-Politiker vor zehn Jahren das letzte Mal im Iran.
Foto: IMAGO/Jürgen HeinrichBerlin. Wenn Bijan Djir-Sarai nicht schlafen kann, sitzt er manchmal vor dem Onlinekartendienst Google Earth und tippt Teheran ein. Er geht dann virtuell die Straßen entlang. Es sind die Wege, die er als Junge gegangen ist. Von der elterlichen Wohnung zur Schule oder zum Haus seiner Großeltern. Seine Frau frage ihn dann manchmal, was er eigentlich suche. Djir-Sarai weiß es nicht. „Weil da niemand ist. Da sind nur Gebäude.“
Bijan Djir-Sarai, 46 Jahre alt, seit fast 36 Jahren in Deutschland, im April 2022 zum Generalsekretär der FDP gewählt, steht im Pergamonmuseum in Berlin vor einer Karte des Iran. Er blickt auf das Land, aus dem er stammt.
Isfahan im Zentrum sei die schönste Stadt. Seine Familie mütterlicherseits kommt aus Kaschan, südlich von Teheran, väterlicherseits vom Kaspischen Meer, aus Mazanderan. Dort, an der Küste, hat er seine Sommerferien verbracht. „Wenn ich allein hier wäre, könnte ich mir stundenlang diese Karte ansehen“, sagt er.