Gastbeitrag von Wladimir Putin: „Wir teilen die deutschen Prioritäten“
„Frühere Wirtschaftsmodelle sind fast ausgeschöpft.“
Foto: Marmara/Le Figaro/laifKurz vor meiner Reise nach Deutschland zum G20-Gipfel würde ich gern einige Überlegungen zur Zusammenarbeit im G20-Rahmen mitteilen. In den letzten Jahren etablierte sich die G20 als ein gefragter Mechanismus zur Abstimmung von Interessen und Positionen weltweit führender Volkswirtschaften. Durch das koordinierte Vorgehen der G20-Mitglieder konnte man mit dazu beitragen, dass notwendige Maßnahmen getroffen wurden, mit denen nicht nur Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden werden, sondern auch der Grundstein für eine Verbesserung des globalen Krisenmanagements gelegt wurde, das aus einigen Gründen heute nicht seine besten Zeiten durchlebt. Besonders wichtig ist es aber auch, dass wir dadurch viele längst überfällige Lösungen anpeilen konnten.
So wissen wir in Russland praktische Maßnahmen gegen eine Aushöhlung der Steuerbemessungsgrundlage und zur Bekämpfung der Gewinnverlagerung in Steueroasen durch multinationale Unternehmen hoch zu schätzen. Diese Praktiken beeinträchtigen alle Volkswirtschaften. Hinzu kommt, dass ein solches verantwortungsloses Vorgehen von Körperschaften auch auf den Lebensstandard von Millionen von Menschen zurückschlägt und beträchtliche Sozialkosten verursacht.