Global Risk: Japan startet ein neues geldpolitisches Experiment
An diesem Samstag trat Kazuo Ueda sein Amt an, und die Herausforderung könnte kaum größer sein.
Foto: REUTERSJapan ist das letzte Industrieland, das noch an einer Minuszinspolitik festhält. Ueda muss sie beenden, weil die jetzige Politik immer weniger funktioniert. Gleichzeitig muss er aufpassen, dass die Zinsen nicht zu stark steigen. Denn sonst droht Japan bei einer Staatsverschuldung von rund 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eine Schuldenkrise, die die Welt erschüttern könnte.
Das Problem: Bisher ist die Geldpolitik Japans voll auf Deflationsbekämpfung ausgerichtet. Der bisherige Notenbankchef Haruhiko Kuroda kaufte dazu massiv Staatsanleihen auf. Mehr als die Hälfte der Japanese Government Bonds (JGB) sind nun in der Hand der Bank of Japan. Außerdem ist sie mittlerweile der größte Aktionär der börsennotierten Firmen in dem Land.
Mittlerweile herrscht in Japan aber keine Deflation mehr, sondern eine leichte Inflation. Der Yen schwächelt, und Importpreise steigen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Anleger das Vertrauen in japanische Anleihen verlieren. Das System gerät an seine Grenzen.