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GroßbritannienRoyaler Empfang und Bankett für Trump auf Schloss Windsor

Trump erntet in Großbritannien viel Kritik – auch aus der Londoner Politik. Jetzt ist Schloss Windsor Schauplatz eines aufwendigen Staatsbesuchs. 17.09.2025 - 23:32 Uhr aktualisiert Artikel anhören
US-Präsident Donald Trump und König Charles III: Das Staatsbankett wurde auf Schloss Windsor abgehalten. Foto: Agentur Getty

Windsor. US-Präsident Donald Trump und König Charles III. beendeten einen Tag voller Pomp und Prunk im Windsor Castle mit dem Verzehr von Wachtel-Eiersalat bei einem aufwendigen Staatsdinner mit Tech- und Finanzführungskräften am Mittwoch.

Die Rahmenbedingungen der Veranstaltung – von einem Streichorchester, das Trumps Lieblingsstücke von Elton John und den Rolling Stones spielte, bis hin zu einem Vintage-Portwein von 1945, der zur Ehrung des 45. amerikanischen Präsidenten gedacht war – unterstrichen die Bemühungen, die US-UK-Allianz trotz anhaltender wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Herausforderungen zu stärken.

Die Gästeliste deutete auf die bevorstehenden Aufgaben hin, wobei Trump und Premierminister Keir Starmer am Donnerstag zusammentreffen werden, um gemeinsame Verträge in den Bereichen Technologie, Energie und Krypto zu festigen. Apple-CEO Tim Cook, Citigroup-CEO Jane Fraser, Nvidia-CEO Jensen Huang, Blackstone-CEO Steve Schwarzman und Medienmogul Rupert Murdoch gehörten zu den 160 Gästen, die für das Bankett angemeldet waren.

Präsident Donald Trump: Der US–Präsident, links in der Mitte, spricht während des Staatsbanketts auf Schloss Windsor. Foto: AP

US- und britische Regierungsvertreter erklärten, man rechne mit milliardenschweren Wirtschaftsabkommen im Zuge des Besuchs. Auf der Agenda stehen unter anderem neue Rechenzentren für Künstliche Intelligenz sowie Kernkraftwerke, die diese mit Energie versorgen sollen. Microsoft, OpenAI und weitere US-Unternehmen kündigten Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe in die britische Technologie-Infrastruktur an.

Es wird zudem erwartet, dass Trump neue Wirtschaftsabkommen im Umfang von mehr als zehn Milliarden Dollar bekanntgibt sowie Initiativen zur stärkeren Verzahnung der Finanzsektoren beider Länder. Der britische Pharmakonzern GSK wiederum versprach Investitionen von 30 Milliarden Dollar in den USA innerhalb der kommenden fünf Jahre.

Der Erfolg des Dinners am Mittwochabend – bei dem neben führenden Mitgliedern der Trump-Regierung auch MI6-Chef Richard Moore und Trumps Tochter Tiffany anwesend waren – dürfte sich jedoch daran messen lassen, ob Fortschritte in konfliktträchtigeren Fragen erzielt werden.

London hofft, Trump in Gesprächen zu Handelsfragen und dem Krieg in der Ukraine zu bewegen, auch wenn keine großen Durchbrüche erwartet werden. Gespräche zur Abschaffung von Zöllen auf britischen Stahl hat die Regierung in London inzwischen auf Eis gelegt und ihre Ziele auf eine bloße Reduzierung der Abgaben heruntergeschraubt, so eine informierte Person. Vertreter der Trump-Regierung hatten zudem Bedenken gegen das britische Online-Sicherheitsgesetz sowie gegen Pläne von Starmers Regierung geäußert, Zugriff auf Apples Cloud-Dienste zu erzwingen.

Es ist der zweite Staatsbesuch von Präsident Trump in Großbritannien, er war 2019 in seiner ersten Amtszeit schon einmal dort. Trump will Zeit mit seinem „Freund“ König Charles verbringen, den er vorab aus Versehen vor seiner Abreise in Washington noch mit dem früheren Adelstitel „Prinz“ bezeichnet hatte. Am Donnerstag sind Gespräche mit Premierminister Keir Starmer unter anderem über Handel geplant.

Im Schatten der Epstein-Affäre

Am Vorabend hatte es an Schloss Windsor einen für die Sicherheitskräfte peinlichen Moment gegeben. Es gelang Kritikern, eine riesige Lichtinstallation zum Skandal um den 2019 gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf einen Schlossturm zu projizieren – für Trump ein äußerst unbequemes Thema.

In den USA ist der Druck auf den Republikaner gewachsen, alle Akten zu dem Fall, bei dem Epstein über viele Jahre systematisch Minderjährige sexuell missbraucht hatte, zu veröffentlichen. Epstein hatte beste Kontakte in die amerikanische High Society hatte, was Spekulationen Raum gab.

In der Dunkelheit strahlten Aktivisten Fotos des US-Präsidenten und des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein auf einen Turm des Schlosses Windsor. Foto: Led By Donkeys/PA Media/dpa

Auch der Bürgermeister Londons, Sadiq Khan, kritisierte Trump scharf. Trump und seine Gefolgschaft hätten in den vergangenen Jahren vielleicht am meisten dazu beigetragen, „die Flammen spaltender, rechtsextremer Politik auf der ganzen Welt anzuheizen“, schrieb Khan auch mit Blick auf die rechten Massenproteste am Wochenende in London in einem Gastbeitrag in der Zeitung „The Guardian“.

Die Protestorganisation „Stop Trump Coalition“ erwartet am Mittwoch Tausende Menschen zu einer Demonstration in London gegen den Staatsbesuch des US-Präsidenten. Die Met Police teilte mit, mehr als 1.600 Beamte in der Hauptstadt einsetzen zu wollen. Trump und First Lady Melania werden im Laufe des Tages in Windsor von König Charles III. empfangen.

Demonstranten tragen Masken von Politikern während einer Demonstration der Gruppe „Stop Trump Coalition“ gegen den Staatsbesuch Trump. Foto: Joanna Chan/AP/dpa

Er verstehe, dass die britische Regierung pragmatisch bleibe und eine „gute Beziehung zum Staatsoberhaupt des mächtigsten Landes der Welt“ aufrechterhalten will, schreibt Khan. Doch manchmal müsse man „ein kritischer Freund“ sein und klarmachen, dass man eine „Politik der Angst und Spaltung“ ablehne.

Trump: Khan ist „nasty person“

Seit dem Besuch des US-Präsidenten im Vereinigten Königreich vor sechs Jahren während seiner ersten Amtszeit sei „unsere politische Sprache düsterer, spaltender und gefährlicher geworden“, schreibt Khan. Eine „moderne, multikulturelle Stadt“ wie London würde sich davon jedoch nicht spalten lassen. „Diejenigen, die versuchen, uns zu spalten, werden auf eine Stadt treffen, die entschlossener denn je ihre liberalen, demokratischen Werte verteidigt.“

Ankunftszeremonie: Trump und der britische König inspizieren die Ehrengarde. Foto: Evan Vucci/AP/dpa
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Dass Sadiq Khan und der US-Präsident keine Freunde sind, ist kein Geheimnis. Bei seinem Besuch im Sommer in Schottland bezeichnete Trump den Bürgermeister laut der Nachrichtenagentur PA als „nasty person“ (übersetzt in etwa: widerliche Person), Khan habe „einen schrecklichen Job gemacht“.

Bei Trumps erstem Staatsbesuch 2019 hatten sich in London massive Proteste gegen den US-Präsidenten formiert. Damals war Trump von Queen Elizabeth II. empfangen worden.

dpa, aah, Bloo
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