China: Konjunktur in China verliert an Schwung – Regierung unter Zugzwang
Shanghai. Chinas Wirtschaft hat im dritten Quartal deutlich an Dynamik verloren. Von Juli bis September wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das Nationale Statistikamt am Montag mit. Im zweiten Quartal war die chinesische Wirtschaft noch um 5,2 Prozent gewachsen.
Damit verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt erneut – ein Rückschlag für das offizielle Ziel, in diesem Jahr ein Wachstum von rund fünf Prozent zu erreichen. Der Abschwung wurde durch eine starke Industrieproduktion abgefedert, die um 6,5 Prozent zulegte.
Trotz technologischer Fortschritte werden die strukturellen Schwächen des chinesischen Wachstumsmodells zunehmend sichtbar: Deflation, eine schwache Konsumnachfrage, ein risikobehafteter Immobiliensektor und sinkende Investitionen prägen das Bild.
Regierung unter Druck
Auch geopolitische Spannungen belasten die Aussichten. Der Handelsstreit mit den USA belastet die Exporterwartungen zusätzlich. Ökonomen sehen Peking am Zug. „Der anhaltende Deflationsdruck und eine voraussichtlich nachlassende Exportdynamik erfordern weitere Maßnahmen, um das Wachstum bis 2026 zu stützen“, sagte Frederic Neumann, Asien-Chefökonom der Bank HSBC in Hongkong, dem Handelsblatt.