Industrie: Der China-Schock trifft Deutschland mit voller Wucht
Berlin, Brüssel, Shanghai, Peking. Chinas Außenwirtschaft bricht alle Exportrekorde: Nach Daten des chinesischen Zolls ist der Handelsüberschuss im vergangenen Jahr auf 1,2 Billionen Dollar gestiegen. Eine Exportwelle hat die Märkte in Asien, Europa und Lateinamerika erfasst, die chinesischen Ausfuhren sind im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent gestiegen. Gleichzeitig stagnierten die Einfuhren nach China, da die Führung in Peking versucht, Importe durch eigene Produkte zu ersetzen.
Die anhaltenden Spannungen mit den USA und globale geopolitische Unsicherheiten treiben chinesische Unternehmen dazu, ihre Warenströme in andere Weltregionen umzuleiten. Lieferungen nach Europa und Südamerika wuchsen jeweils um acht und sieben Prozent, während die Exporte auf den afrikanischen Kontinent um 26 Prozent zulegten. Die chinesischen Exporte nach Deutschland stiegen um 10,5 Prozent. Im Gegenzug gingen die Importe aus Deutschland um 2,1 Prozent zurück.
Die Zahlen zeigen: Die Weltwirtschaft tritt gerade in eine neue Epoche ein. China ist nicht mehr die Werkbank der Welt, sondern eine Wirtschaftsmacht auf Augenhöhe, die technologisch mit den „Hidden Champions“ des deutschen Mittelstands mithalten kann. Dank staatlicher Unterstützung nahmen chinesische Firmen erst der deutschen Autoindustrie Weltmarktanteile ab. Nun setzen sie dem Maschinenbau und der Chemiebranche zu.