Interview: Ex-US-Verteidigungsminister Esper: „Alle Spuren führen in den Iran“
Esper sieht die Rolle der USA auf der Weltbühne gefährdet. Joe Biden wirft er Zögerlichkeit in der Israel-Krise vor.
Foto: action pressWashington. Dass Donald Trump Kabinettsmitglieder via Tweet feuerte, kam während seiner Präsidentschaft häufig vor. Auch seinen Verteidigungsminister Mark Esper, der von 2019 bis 2020 im Amt war, traf das Aus auf diese Weise. Esper hatte sich Trumps Forderung widersetzt, US-Militär gegen die Black-Lives-Matter-Protestwelle in amerikanischen Großstädten einzusetzen, prompt war er seinen Job los.
Der 59-Jährige, der für die US-Armee im Golfkrieg kämpfte, galt als einer der wenigen Transatlantiker in der Trump-Regierung. In diversen Büchern über die Trump-Amtszeit wird Esper als Stimme der Vernunft beschrieben.
Inzwischen beobachtet der Republikaner das Militär und die US-Politik als Berater von außen. Die Rolle der USA auf der Weltbühne sieht er gefährdet, und US-Präsident Joe Biden wirft er Zögerlichkeit in der Israel-Krise vor.
Doch die größte Gefahr wäre für aus seiner Sicht, wenn sein ehemaliger Chef wieder ins Weiße Haus einzöge. „Donald Trump stellt nie die Nation an erste Stelle, sondern sich selbst“, sagt Esper im Handelsblatt-Gespräch.