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Interview„Jedes Land trifft eigene Entscheidungen“: Frankreichs Energieministerin verteidigt Atomkraft

Agnès Pannier-Runacher lobt die deutsch-französische Kooperation in Sachen Energie als vorbildlich. Sie erklärt außerdem, wie Europas Wasserstoffstrategie aussehen könnte. 07.02.2023 - 16:37 Uhr Artikel anhören

Die französische Ministerin setzt auf möglichst viel Wasserstoffproduktion in Europa.

Foto: Reuters

Paris. Die französische Energieministerin Agnès Pannier-Runacher hat den französischen Umgang mit der Atomkraft verteidigt. Im Gespräch mit dem Handelsblatt auf der Konferenz „Europe 2023“ betonte sie die Bedeutung der deutsch-französischen Energiekooperation und appellierte, den Staaten einen individuellen Weg in Richtung Energiewende zuzubilligen.

„Es ist wichtig, die Dekarbonisierung voranzutreiben und den Konsum von fossiler Energie zu reduzieren“, stellte Pannier-Runacher klar. Dabei müsse allerdings auch die Industrie weiter versorgt werden, um sie wettbewerbsfähig zu halten – inklusive Produktion in Europa und Förderung neuer Technologien.

„Dafür braucht Europa alle Werkzeuge, Atomkraft ist eines davon“, betonte sie. Deutschland habe hier sicherlich einen anderen Standpunkt. „Aber jedes Land trifft seine eigene demokratische Entscheidung“, verteidigte Pannier-Runacher die französische Gangart. Um die Dekarbonisierung voranzutreiben, gebe es keinen richtigen oder falschen Weg.

Einen kleinen Seitenhieb gegen Deutschland verteilte sie dennoch: Mit dem Hochfahren von Kohlekraftwerken werde das Ziel der Klimaneutralität sicher nicht erreicht, so die Ministerin.

Der französische Fokus auf Atomkraft geht über die reine Stromerzeugung hinaus. Frankreich ist der Ansicht, dass grüner Wasserstoff auch mit Atomkraft produziert werden könne, weil die Energieerzeugung CO2-arm ist.

Deutschland weist das zurück und setzt nur auf Strom aus Erneuerbaren. Pannier-Runacher sieht es ganz pragmatisch: „Der entscheidende Punkt ist dabei, jede Energie zu nutzen, um Wasserstoff zu gewinnen.“

Wasserstoff: Pipeline aus Spanien könnte nach Deutschland verlängert werden

Pannier-Runacher hob auch die Bedeutung eines europäischen Ausbaus der Wasserstoff-Infrastruktur hervor. Für Frankreich sei der erste Schritt allerdings, mit seiner „CO2-armen Energie“ - also Atomstrom - Wasserstoff herzustellen. Dann werde man die Leitungen bauen - und könnte auch die geplante Wasserstoff-Pipeline von Spanien nach Frankreich bis nach Deutschland verlängern.

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Für die Zukunft setzte die Ministerin weiter auf eine enge deutsch-französische Energiezusammenarbeit. In der Energiekrise sei damit bereits viel erreicht worden, etwa die Deckel für Energiepreise. Die Kooperation von Deutschland und Frankreich sei ein Beispiel dafür, wie die EU in Zukunft vorankommen könne.

ku, gw
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