Jahrestag des russischen Überfalls: Mehr als eine Billion Dollar denkbar – Der Wiederaufbau der Ukraine wird zur Jahrhundertaufgabe
Im Kleinen haben die Ukrainer den Wiederaufbau bereits selbst in die Hand genommen.
Foto: APDüsseldorf, Riga. Kurz zuvor noch intakt, dann plötzlich in Trümmern: In den ersten Wochen des Kriegs waren die sozialen Netzwerke voll von Doppelfotos, auf denen Ukrainerinnen und Ukrainer nach dem Prinzip „vorher – nachher“ das Ausmaß der Zerstörung dokumentierten.
Nun, ein Jahr nach Beginn des russischen Überfalls auf das Nachbarland, macht sich die Bevölkerung an die Beseitigung der Schäden, zumindest im Kleinen: Wohnhäuser werden wiederaufgebaut, zerbombte kritische Infrastruktur erneuert, Schienen repariert. Wann aber kann der flächendeckende Wiederaufbau des Landes beginnen? Wie teuer wird er? Und wo beginnt er schon jetzt?
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Die Rekonstruktion des Landes wird wohl Jahrzehnte dauern. Die Zerstörungen und Schäden belaufen sich nach Schätzung der Kyiv School of Economics und des ukrainischen Wirtschaftsministeriums auf rund 138 Milliarden Dollar – und das nur bis Ende Dezember vergangenen Jahres. Den größten Anteil darunter hatten Wohngebäude und Infrastruktur.
Die Kosten für den Wiederaufbau liegen allerdings weit darüber: Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal schätzte sie im vergangenen Oktober auf 750 Milliarden Dollar, andere Quellen gehen sogar von über einer Billion aus. Anfang Februar bezifferte Schmyhal allein den kurzfristigen Finanzbedarf für dringende sofortige Wiederaufbaumaßnahmen auf 17 Milliarden Dollar.