Wirtschaftspolitik: Japans epochale Lohnwende dürfte Folgen für Wirtschaft und Anleger haben
Tokio. In Japan steht ein lang gehegter Wunsch von Regierung, Notenbank und Arbeitnehmern kurz vor der Erfüllung. Denn nach 30 Jahren Lohnstagnation und mehr als zwei Jahren Kaufkraftverlust steigen die Löhne schneller als die Preise. Das schürt die Hoffnung auf ein Wachstum, das nicht mehr vorrangig vom Export getrieben wird, sondern auch von einer starken Binnennachfrage.
Im Juni stiegen die durchschnittlichen Nominallöhne erstmals seit Beginn des globalen Inflationsschubs im Jahr 2022, ihr Plus betrug sogar 4,5 Prozent. Im Juli setzte sich der Trend entgegen den Erwartungen der Analysten fort. Die Kerninflationsrate ohne leicht verderbliche Lebensmittel lag im gleichen Zeitraum bei 2,7 Prozent.
Noch sind die realen, also inflationsbereinigten Lohnzuwächse mit statistisch 1,1 beziehungsweise 0,1 Prozent gering. Sollte sich der Trend aber fortsetzen oder gar beschleunigen, könnten die wirtschafts- und währungspolitischen Folgen erheblich sein – und auch die internationalen Finanzmärkte beschäftigen.