Keir Starmer: Der Plan des „britischen Olaf Scholz“ für den Regierungswechsel
London. Keir Starmers Plan für Großbritannien passt auf einen Zettel in Größe einer Kreditkarte. Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei hat seine sechs wichtigsten Versprechen für den beginnenden Wahlkampf auf eine „Garantiekarte“ drucken lassen.
Der Kandidat der Oppositionspartei will nach den vorgezogenen Parlamentswahlen am 4. Juli Premierminister werden. Dafür verteilt Starmer sein Programm jetzt landauf und landab im Königreich. Das kompakte Programm reicht von „wirtschaftlicher Stabilität“ über das Versprechen von sicheren Grenzen und Straßen bis hin zum ökologischen Umbau des Landes. Es sind die sechs ersten Schritte seiner potenziellen Regierung, die er aus den fünf „Missionen“ seiner Partei abgeleitet hat.
„Er ist ein Mann ohne Plan“, spottet Starmers Kontrahent und Amtsinhaber Rishi Sunak über das vage Kurzprogramm seines Herausforderers. Letztlich verraten die Mini-Wahlbroschüren aber am meisten über den Sozialdemokraten selbst, der nach den Meinungsumfragen die besten Chancen hat, der nächste Regierungschef Großbritanniens zu werden.
Der 61-jährige Jurist plant den Machtwechsel in London so methodisch wie eine Firmenübernahme. Der ehemalige Staatsanwalt gilt als Kontrollfreak und ist detailverliebt und ist damit ganz anders als sein politisches Vorbild Tony Blair, der Labour 1997 an die Macht brachte.