Krankheit: WHO: Affenpocken sind eindämmbar – mehr als 250 Fälle
Die WHO schätzt die Gefahr durch die Affenpocken derzeit gering ein.
Foto: dpaLondon, Genf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet eine Eindämmung der Affenpocken weiterhin als möglich, auch wenn sie den jüngsten Ausbruch außerhalb Afrikas als außergewöhnlich einstuft. Es würden weitere Treffen anberaumt, um die zuständigen Behörden in verschiedenen Ländern bei der Bekämpfung der Krankheit zu unterstützen und zu beraten, teilte die UN-Gesundheitsorganisation am Dienstag mit.
Mittleweile sind der WHO mehr als 250 Fälle von Affenpocken gemeldet worden. Diese Zahl an bestätigten Infektionen und Verdachtsfällen betreffe jedoch nur Länder, in denen die Viruskrankheit zuvor nicht regelmäßig gehäuft aufgetreten sei, sagte WHO-Expertin Rosamund Lewis am Dienstag in Genf.
Am Montag hatte die WHO erklärt, sie sehe derzeit keine Notwendigkeit von Massenimpfungen gegen Affenpocken. Maßnahmen wie Hygiene und präventives Sexualverhalten würden helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Impfstoffbestände seien relativ begrenzt, so die WHO. Am selben Tag teilte die US-Seuchenbehörde CDC mit, dass die USA mit der gezielten Ausgabe von Impfstoffen starteten.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach forderte (SPD) ebenfalls am Montag ein entschlossenes Vorgehen. Der Minister kündigte für Dienstag konkrete Empfehlungen etwa zu Quarantäne-Maßnahmen an. Darüber hinaus würden Vorbereitungen für die mögliche Beschaffung von Impfstoffen getroffen.
Eine Impfung der allgemeinen Bevölkerung sei aber nicht im Gespräch, vielmehr werde über Impfempfehlungen für besonders gefährdete Personen nachgedacht, sagte der Minister. Zum jetzigen Zeitpunkt wisse man, dass sich in erster Linie Männer infizieren, die Sex mit anderen Männern gehabt haben. Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschläge, die meist im Gesicht beginnen und sich auf den Rest des Körpers ausbreiten.