Krieg in der Ukraine: Kiew setzt Moskau militärisch unter Druck
Wien. Seit drei Wochen kämpfen Russen und Ukrainer um das Grenzgebiet nördlich von Charkiw. Die härteste Schlacht tobt um die Kleinstadt Wowtschansk. 250 Gleitbomben seien auf seine Nationalgardisten abgefeuert worden, jede mit einem Gewicht von mehreren Hundert Kilo, erzählte dem „Wall Street Journal“ ein Mitglied der Einheit Chartija. „Die Schockwellen haben auch jene traumatisiert, die nicht schwer verletzt oder tot sind.“ Ein Soldat, der im Donbass gekämpft hatte, sagte, so viel Zerstörung habe er nicht einmal in Bachmut gesehen.
Doch all ihre Bomben und Raketen verhalfen den Russen nur zu kleinen Gebietsgewinnen, und ihre Verluste waren im Mai laut dem britischen Geheimdienst so groß wie nie seit Beginn der Invasion. Die Ukrainer haben die Angreifer in der Stadt am Fluss Wowtscha aufgehalten. An manchen Stellen sind sie gar zu Gegenattacken übergegangen.
Seit dem Wochenende hat sich noch etwas geändert: Nach der Kehrtwende der USA dürfen sie nun auch Ziele in Russland angreifen. Bisher bot das Gebiet jenseits der Grenze Moskaus Truppen eine Schutzzone.