Lohnentwicklung: Italiens Paradox – die Wirtschaft wächst, doch die Kaufkraft sinkt
Rom. Italiens Wirtschaft hat sich seit dem Ende der Coronapandemie erholt. Für die Löhne gilt das nicht. Eine Auswertung der Europäischen Zentralbank erinnerte kürzlich an die Lohnkrise, die sich im Land abspielt: Demnach ist die Kaufkraft zwischen Ende 2021 und Frühjahr 2025 um 5,8 Prozent gesunken.
Damit ist Italien unter den großen Ländern der Euro-Zone bei Weitem das Land, in dem die Reallöhne am stärksten an Wert verloren haben. In Deutschland erholten sich die Löhne der Auswertung zufolge, während sie in Spanien und den Niederlanden sogar stiegen.
Und das, obwohl Italien für den Zeitraum ein den Umständen entsprechend solides Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, stabile öffentliche Finanzen sowie wachsende Beschäftigungszahlen vorzuweisen hat.
Marco Leonardi, Ökonom an der staatlichen Universität Mailand und ehemaliger Berater der Regierung von Ex-Ministerpräsident Mario Draghi, nennt diese Situation ein „Paradox“: „Die italienische Regierung rühmt sich damit, dass die wirtschaftlichen Kennzahlen Italiens in den Jahren nach der Covid-Krise zum ersten Mal besser sind als die von Frankreich und Deutschland.“