Nach dem Aufstand: Putins Chancen in der Ukraine sinken
Außer Belarus wollten sich keine anderen Staaten in den Konflikt einmischen. Putin hatte mit verschiedenen verbündeten Staatschefs telefoniert.
Foto: IMAGO/ITAR-TASSBrüssel, Riga, Berlin. Die Spaltung der russischen Streitkräfte stärkt die Hoffnung der Ukrainer auf eine erfolgreiche Offensive zur Rückeroberung ihres Territoriums. „Heute hat die Welt gesehen, dass die Herren in Russland nichts kontrollieren“, sagte Präsident Wolodimir Selenski. „Überhaupt nichts. Es herrscht das totale Chaos.“ Der Sieg der Ukraine sei gewiss.
Die Experten des Institute for the Study of War analysierten: Die Rebellion „wird mit ziemlicher Sicherheit die Moral des russischen Personals in der Ukraine beeinträchtigen“. Die Ukraine könnte nun versuchen, die russische Verteidigung zu durchbrechen.
Die eigentlich auf der Seite Russlands kämpfende Söldnergruppe Wagner hatte am Samstag ein Lagezentrum in Russland besetzt und sich dann auf den Weg Richtung Moskau gemacht. Unterwegs schossen die Söldner mehrere Helikopter und ein Transportflugzeug der regulären russischen Armee ab und machten den Tag damit zu einem der verlustreichsten für die russische Luftwaffe. Bevor die Wagner-Kämpfer Moskau erreichten, willigte ihr Anführer Jewgeni Prigoschin ein, die Umsturzaktion abzubrechen und sich nach Belarus abzusetzen.