Nato-Beitritt: Schweden wird für die Nato zum strategischen Glücksfall
Das kleine Schweden leistet sich eine eigene Produktion für Kampfflugzeuge.
Foto: HandelsblattStockholm. Den ersten Schock versetzte Wladimir Putin den Schweden 2014. Nachdem Russland die Krim besetzt hatte, wuchs in dem militärisch neutralen Land ein neues Gefühl von Bedrohung. Als der Kremlchef dann die Ukraine überfiel, war die Zeitenwende perfekt: Nach 200 Jahren Neutralität bat das kleine Land mit seinen nur zehn Millionen Einwohnern im Juni um Aufnahme in die Nato, um Schutz zu finden vor möglichen weiteren Aggressionen Russlands.
Für das nordatlantische Verteidigungsbündnis ist das ein Glücksfall. Schweden hat sein Militär seit der Krimkrise aufgerüstet – und hat durch seine Lage an der Ostsee eine große strategische Bedeutung.
Die Kehrtwende begann am 19. März 2014, einen Tag nach der offiziellen Annexion der Krim. An diesem Tag kündigte der damalige schwedische Finanzminister Anders Borg eine deutliche Verstärkung des Verteidigungsetats an. „Tatsache ist, dass wir eine unberechenbarere, autoritärere und nationalistischere Regierung in Russland haben, als wir uns das haben vorstellen können“, sagte er.
Seitdem steckt das Land mehr Geld in die Modernisierung seines Militärapparats. Lag der Anteil der Militärausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2014 bei 1,1 Prozent, macht er in diesem Jahr bereits 1,3 Prozent aus. Bis 2028 will die amtierende sozialdemokratische Regierungschefin Magdalena Andersson die Ausgaben auf zwei Prozent des BIP erhöhen.