Nordkorea: Vor Gipfel von USA und Südkorea testet Kim Jong Un Raketen
Seoul. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat den Test neuer Flugabwehrraketen überwacht. Die neuen Flugabwehrwaffensysteme hätten eine „schnelle Reaktion“ auf Luftziele wie Kampfdrohnen und Marschflugkörper gezeigt, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.
Der Test erfolgte kurz vor einem für Montag geplanten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung.
Zudem wurde bekannt, dass rund 30 nordkoreanische Soldaten vor einigen Tagen kurzzeitig die hochgerüstete Grenze zu Südkorea überschritten und damit Warnschüsse des dortigen Militärs ausgelöst haben. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Sie berief sich auf einen Sprecher des von den USA geführten UN-Kommandos (UNC) in Korea.
Die südkoreanischen Streitkräfte hätten die nordkoreanischen Soldaten mit mehreren Warndurchsagen darüber informiert, dass sie die Militärische Demarkationslinie überschritten hätten, doch sie hätten nicht reagiert, sagte der Sprecher laut Yonhap weiter. Dann hätten die Südkoreaner Warnschüsse abgegeben, um die Nordkoreaner zur Umkehr zu zwingen.
Der stellvertretende Generalstabschef der Koreanischen Volksarmee, Ko Jong Chol, sprach nach Angaben der staatliche Nachrichtenagentur KCNA von „gefährlichen Provokationen“, die einen militärischen Konflikt auslösen könnten und sofort eingestellt werden müssten. Die nordkoreanischen Soldaten hätten Arbeiten an der Grenze durchgeführt.
Nordkorea droht mit präventiven Maßnahmen
Anfang des Monats hatte Kim die gemeinsamen Militärübungen der USA, Japans und Südkoreas verurteilt. Die drei Länder hielten eine dreitägige gemeinsame Übung mit dem Namen „Freedom Edge“ ab, an der neben Kampfjets und Marinepatrouillenflugzeugen auch der atomgetriebene US-Flugzeugträger USS George Washington teilnahm.
Nordkorea hatte empört reagiert. Diese Militärübungen zeigten die Absicht, seinem Land gegenüber „äußerst feindselig und konfrontativ“ zu bleiben, sagte Kim Jong Un. Sein Militär werde sich alle Optionen offenhalten und bei Bedarf sofortige Maßnahmen zur präventiven Risikokontrolle ergreifen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.